Gevatter Tod.
Line Weihnachtsgeschichte von T. Budde.
(Schluß.)
ber was war denn das? Da stand der Tod und sah auf Tippes Glückseligkeit herab mit einem Blick, der ihn schaudern machte, der alle die frohen Gedanken ans einmal verscheuchte. So hatte ihn der Tod noch niemals angeschaut, und es war ihm, als stünde sein Herz einen Augenblick stille, er mußte seine Augen schließen, um seinem Blicke nicht zu begegnen. Da fiel ihm aber plötzlich sein großes Geheimnis ein, und durch die hervorquellenden Thränen hindurch glänzten seine Augen.
Und ich mache meine Augen doch nicht zu, es nützt dir alles nichts! sagte er und sah den Tod mutig an. Und es war, als würde das strenge Antlitz des Todes immer milder, je länger er zu ihm hinauf starrte, der schreckliche Blick verlor sich mehr und mehr, bis schließlich die Augen des Todes nur kummervoll auf Tippe herabsahen. Und nun fürchtete sich Tippe nicht mehr vor ihm. Er mußte an alles denken, was ihm die Mutter an jenem Abend erzählt hatte, als sie im Mondschein weinte: daß Gott die Augen der Toten küsse, und daß der Tod dann ein herrlicher Engel Gottes werde. Er dachte an die Erklärung des alten Jens, daß der Tod daran schuld sei, daß die Mutter des kleinen Knaben so gut gegen ihn sei, und daß der Tod alles Schlechte fortnehme, sodaß man den Toten nicht mehr zürnen könne.
Ja aber es war doch der Tod gewesen, der ihm die Mutter genommen hatte, sodaß er sie nie wieder sehen sollte. Und während er darüber nachdachte, legte sich ein Nebel zwischen ihn und den Tod, und in diesem Nebel wurden die Augen des Todes größer und größer, und es glänzte darin, sodaß es Tippe fast bemerkte. Da aber erglühten seine Wangen, ihm schwoll der Mut in der