Die Krisis in Paris.
ie Präsidmtschaftskrisis in Frankreich hat ihren Fortgang genommen und sich erheblich verschlimmert. Zunächst ergriff die Krankheit auch das Ministerium Ronvier und führte dessen Rücktritt herbei. Es fiel wie die ihm vorausgegangenen Kabinette durch eine Verbindung der Radikalen und der äußersten Linken mit der Rechten der Kammer. Clemenceau hatte zuerst den Gedanken empfohlen, eine Abordnung an den Präsidenten der Republik zu entsenden, die ihn veranlassen sollte, seine Stelle als Oberhaupt des Staates niederzulegen, und obgleich Grevy nicht von der Kammer der Deputirten nnd noch viel weniger von der radikalen Minderheit derselben abhängt, erörterte die Anhängerschaft Clemenceaus den Gedanken ihres Führers allen Ernstes, bis Lockroy und einige andre Mitglieder der Gruppe darauf aufmerksam machten, daß dieses Vorhaben verfassungswidrig sei, und die Sache aufgegeben wurde. Grevy entging so dem Angriffe Clemenceaus, der es ihm niemals vergeben hatte, daß der Präsident bisher noch nie Neigung empfunden hatte, dem radikalen Parteihaupte die Bildung eines Kabinets zu übertragen und ihn versuchen zu lassen, was er in verantwortlicher Stellung mit den von ihm bekannten Grundsätzen in der Verwaltung des Staates vermöge. Clemenceau ersah sich nun in Rouvier ein andres Opfer seines Grolles und setzte auf den 19. November ein Jnterpellationsbegehren in der Angelegenheit an, wobei er die Lage folgendermaßen kennzeichnete: „Es giebt bei uns keine Regierung, das Ministerium ist nicht in der Verfassung, republikanische Politik zu treiben, das Parlament ist der Führung der Rechten preisgegeben, die richterlichen Beamten des Staates befinden sich im Konflikte mit der Polizei, und die Verwaltung ist in vollständiger Unordnung." Rouvier stellte das sehr Grenzbvtcn IV. 1837. 58