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Kleinere Mitteilungen.
Das ganze Dorf soll Teil nehmen an unsrer Freude, uud der alte Jens soll auch mit dabei sein, wenn er auch sonst niemals ausgeht. Es ist etwas so Treuherziges in dem alten Burschen, das wird dem Kinde Glück bringen. Aber den Knaben wollen wir ganz für uns behalten. Du sollst ihn über die Taufe halten, und ich will unter den Gevattern stehen und selbst Patenstelle bei ihm vertreten.
Und es war, als nickte der Tod mit seinem ernsten Antlitz, als wäre er fest entschlossen, auch mit dabei zu sein. Aber die jungen Eheleute dachten nicht an ihn! Wer würde auch in einem solchen Augenblicke au deu Tod denken?
Am Abend wollen wir einmal wieder zusammen tanzen wie auf unsrer Hochzeit, mein geliebtes, teures Weib! sagte der Schulmeister. Wie können wir dem Herrn nur danken für unser großes Glück!
Jubelnd schloß er sie in seine Arme, und sie lächelte glückselig errötend wie eine junge Braut. Das war eine große Frende. Aber die stille Wehmut im Antlitz des Todes schaute darauf herab! (Fortsetzung folgt.)
Kleinere Mitteilungen.
Ein Abriß der neuesten Kirchengeschichte. Es sind unter uns nicht mehr viele, die mit klarern Bewußtsein die kirchengeschichtlichen Ereignisse auch nur der Zeit von 1840 (Friedrich Wilhelm IV.) an, mit erlebt haben. Und unter diesen werden ganz wenige noch die Meinung hegen, daß ihnen das, was sie s» erlebt, zum Teil mit erregtem Gefühl erlebt, was sie in kirchlichen und politischen Blättern sozusagen aktenmäßig gelesen und erörtert haben, nun umso fester im Wissen und Erkennen aufbewahrt sei. Im Gegenteil, wohl giebt das eigne Erleben den Vorteil, daß einige große Ereignisse mit leuchtenden Farben in der Erinnerung haften, der Zusammenhang des Ganzen aber wird desto schmerzlicher vermißt, je mehr wir fühlen, wie tief uns einst die ganze Kette der jetzt so lückenhaften Ereignisse intcressirte.
Darum ist es allerseits ein willkommenes literarisches Ereignis, wenn ein kundiger Mann es unternimmt, uns an die kirchengeschichtlichen Thatsachen unsrer Zeit in übersichtlicher Weise zu erinnern. Man kann es besonders seit dem „Kulturkampf" merken, daß die Kirchengeschichte und die kirchenrechtlichen Studien die Laienwelt mehr anziehen als je, und vielleicht ist dies der erheblichste und dauerhafteste Gewinn, den der genannte Kampf gebracht hat. Der Verfasser einer kürzlich erschienenen Kirchengeschichte des neunzehnten Jahrhunderts,*) G. Koffmnne, kann daher auf eine nicht geringe Teilnahme für sein Buch rechneu. Nicht als ob er auf die bloße Neugier für die Dinge der jüngsten Vergangenheit gerechnet hätte, ueiu, sein Werk ist von wissenschaftlichem Ernst erfüllt; und wiewohl er den protestantischen Gesichtspunkt nie verleugnet, ist er weitherzig genug, vielem gerecht
*) Abriß der Kirchcngcschichte des neunzehnten Jahrhunderts (als Er- gauznngsheft der Kirchengeschichte von I. I. Herzog), bearbeitet von I.io. tnool. G. Koff- mane, Pastor in Kunitz. Erlangen, Besold, 1387.