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Die katholische Kirche und die soziale Frage.
Staatshaushalte verpflichtet sei, in den allgemeinen Grenzen der bisherigen Staatshaushalte für den Fortbestand des Staates zu sorgen. Die Meinung, daß man bis zu diesem Punkte entgegenkommen solle, mit dem sich der glänzende äußere Triumph beinahe iu eine innere Niederlage zu verwandeln schien, stieß im Ministerrate auf heftigen Widerspruch, gewann jedoch zuletzt die Oberhand. Ihr Vorkämpfer aber war Bismarck gewesen. Er hatte einst in Avignon einen Olivenzweig gepflückt und diesen in Berlin einem oppositionellen Abgeordneten gezeigt mit der Bemerkung, er habe ihn mitgebracht, um ihn der Volkspartei als Friedenszeichen anzubieten, er sehe indes, daß es dazu noch nicht Zeit sei. Jetzt war die Zeit gekommen, und die Geschichte wird diesen Zweig einst in den Lorberkranz flechten, mit dem sie sein Haupt bereits geschmückt hat. Die Unversöhnlichen aber, die Fortschrittsschwätzer von heute, werden in ihren Hallen tief unter ihm stehen mit Kränzen aus dem leeren Stroh, das sie, wie ihre Vorgänger vor fünfundzwanzig Jahren, zu dreschen nicht aufhören.
Die katholische Kirche und die soziale Frage.
enn man sich die Fortschritte, welche die katholische Kirche überall macht, recht vergegenwärtigen will, so braucht man nur auf die nordamerikanische Union hinzublicken. Diese Staaten, zu welchen einst die streng protestantischen „Pilgrimsväter," englische Puritaner und Quäker, den Grund gelegt haben, sehen zu ihrem eignen und der ganzen Welt Erstaunen, infolge der starken irländischen Einwanderung, in ihrer Mitte die katholische Kirche mit einem Glänze und einer Macht sich erheben, die an die größten Zeiten des Katholizismus, an die ersten Jahrhunderte des Mittelalters, erinnern, als die Kirche ihren Triumphzug durch die Länder Europas hielt und aus den „blondgelockten Barbaren des Nordens" ihre treuesten Söhne machte. Schon zählen die Vereinigten Staaten von Nordamerika unter fünfzig Millionen Einwohnern zehn Millionen Katholiken, und es sind dies nicht etwa Anhänger bloß dem Namen nach, die auf einem statistischen Blatt eine Ziffer bilden, sondern es sind eifrige Mitglieder ihrer Kirche, die ihren Hirten unbedingt ergeben sind und — was im letzten Grunde die Hauptprobe des Glaubens ist — für kirchliche Zwecke bereitwillig den Beutel ziehen. Überall erheben sich Kathedralen und werden durch die freiwilligen Beiträge ihrer Gläubigen unterhalten. Die Stadt Saint-Paul, die vor vierzig