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80 Tagebuchblätter eines Soimtagsxhilosophen.
Mannes ein unsägliches Martyrium gewesen sein muß; gerade durch dieses Bestreben, die Schande von sich abzuwälzen, hat sich Bahrdt ein Denkmal seiner Schande errichtet.
Tagebuchblätter eines Sonntagsphilosophen.
7. Lin nicht anerkannter Vers von Goethe.
er Vers von Goethe, der zuletzt mit zu benutzen war, weil es der Gedaukengang in seinem Geiste mit sich brachte, der aber noch nicht in den Werken steht, verdient oder fordert noch eine weitere Betrachtung, zugleich als Rechtfertigung seiner Benutzung. Es war ill der Jlmenauer Landschaft, diesem schönen Stück deutscher Erde, das zugleich wie ein G»ethischer Lichtkreis geworden ist, in dem sein bestes Licht am reinsten leuchtet, daß ich ihn vor fünfzehn Jahren kennen lernte. Da ist unweit dem Städtchen ein kurzes, aber besonders schönes Bergthal, das Körnbachthal genannt, an dessen Mündung in die Ane auf einer Seite eine Felspartie ragt, zum Besteigen eingerichtet, von den Leuten dort als Goethe- fclsen bezeichnet, weil er ihn gern bestiegen habe, und auch in golonen Buchstaben des Dichters Namen tragend, ihm gegenüber, auf der andern Seite der Thalmünduug, eine malerische.Mühle, eine sogenannte Massenmühle, worin Schwcrspath zu Mehl vermahlen wird. Sie muß schon zur Zeit von Goethes letztem Besuche in Ilmenau im Jahre 1831 gestanden haben, denn in der von Mehlstaub bestiebten niedrigen Stube liegt ein Fremdenbuch aus, das, irre ich nicht, mit den zwanziger Jahren beginnt und im Sommer 1M1 mitten uuter Besuchern aus Gotha, Rudolstadt u. dergl. den Namen Goethes zeigt, eigenhändig eingetragen, darunter sein Begleiter von Fritsch, mit dem Datum des 23. August.
Mau fühlt sich von dem einfachen Eintrage dieses Namens mitten in der Reihe dunkler Ehrenmänner gleich in den Tagen, wo er vor der Unruhe seiner letzten Geburtstagsfeier in Weimar entwichen war in den Kreis hierher, der auch für ihn der schönste und reichste Lichtkreis seines Lebens war. um i» diesem gleichsam in sich nnd für sich sein Testament zu machen, denn so etwas lag doch in seinen Gedanken, selbst als Grundgedanke. Man braucht nur, um ihm das nachzufühlen, an seinen Abschiedsbesuch auf dem Gickelhcchn zu denken, wie er da vor der berühmten Bleistiftschrift in dem Bretterhünschen deren Worte laut ablas unter quellenden Thränen und hinzufügte: „Ja, warte nur, balde
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