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Karl Friedrich Bahrdt : ein literarisches Charakterbild.
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Hegel in seinen Briefen.

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glaube», versicherte jedoch, daß er, wie es einem Doktor der Theologie Augs­burgischer Konfession gezieme, niemals gegen diese Lehrsätze vor dem Volke, weder im Predigen noch Katechisiren, direkt gelehrt habe, folglich auch nie von den eigentlichen Verpflichtungen eines protestantischen Lehrers abgewichen sei, sondern allezeitmit Klugheit und Vorsicht" die Gesetze des Staates mit der Gewissensfreiheit zu vereinigen gesucht habe. Er könne aber unmöglich der Kirche das Recht zugestehen, ihm aus den Sätzen der Schrift künstlich gefolgerte Lehren und Begriffe aufzudringen, könne sich unmöglich sein gut protestan­tisches Recht, alles zu prüfen und nur das zu behalten, wovon er sich aus Gottes Wort überzeugt fühle, verkümmern lassen. Sein Glaubensbekenntnis so schloß er sei das eines sehr großen und ansehnlichen Teiles der deutschen Nation; tausend und aber tausend dächten so wie er, nur daß ihnen Gelegenheit oder Freimütigkeit fehle, es laut zu sagen, tausend und aber tausend flehten mit ihm um die Rechte der Menschheit und des Gewissens.

(Schluß folgt.)

Hegel in seinen Briefen.

von Aarl Borinski.

och einmal, über ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, tritt der damals berühmteste und einflußreichste der Philosopheu aller Zeiten und Völker lebendig vor eine weitere Öffentlichkeit.") Und wie einen Lebenden begrüßt ihn die Tagespresse bis in ihre dunkelsten Proviuzialwinkel hinein. Ist das wirklich nur die Wirkung der Pietät, welche auch die flache Alltäglichkeit dem Bedeutenden, dem Hervorragenden wenigstens äußerlich schuldet? Man pflegt es sonst leider in Deutschland damit nicht allzu genall zu nehmen; statt aller sich ungesucht auf­drängenden Vergleiche verfolge man nur den Nächstliegenden, wie sich in ähn­lichem Falle das große Publikum etwa gegeu Kant verhalten würde. Oder welchen Eindruck hat es gemacht, als vor noch gar nicht zu lauger Zeit, noch ganz nahe der frischen Erinnerung von seinem Ableben, das Lebensbild von .Hegels großem Landsmanne und Gegenfüßler, von Schelling, iu Briefen vor die Öffent­lichkeit trat? Man achtet beider nicht mehr viel, das ist richtig, und die beiden

*) Briefe von und an Hegel. Herausgegeben von Karl Hegel. In zwei Teilen. Leipzig, Dunckcr und Humblot, 1887.

Grenzboten IV. 1887. 4