Aus den hinterlassenen papieren
eines preußischen Staatsministers.
Mitgeteilt von Gerhard von Amyntor.
(Fortsetzung.)
eben mir her im Gedränge ging ein. Mann, der mir sein Herz auszuschütten begann; er erklärte mir, daß, wenn aus Deutschland noch etwas werdeu sollte, die ganze Rechte der Paulskirche totgeschlagen und jeder Preuße aus Frankfurt vertrieben werdeu müßte. Meine Einwendungen dagegen fruchteten nicht viel. Plötzlich, im Schein einer Laterne, sah er mich genauer an und sagte: „Heeren Se mal, Sie sehen mich so bekennt aus!" Mir pochte das Herz; er konnte mich ja in der Paulskirche gesehen haben. „Ja, antwortete ich schnell, ich habe es längst vermutet, wir müssen uns schon früher einmal getroffen haben." — „Na, waren Se vielleicht bei de Schleswigschcn Freischaren?" — „Ja, versteht sich," war meine Antwort. — „Na, denn sind wir alte Kameraden, und denn müssen Se en Schluck aus meiner Flasche nehmen." — „Prosit!" sagte ich nnd setzte zum Schein die Flasche an meine Lippen. — „Nee, das ist doch merkwürdig, wie man sich in der Welt immer wieder zusammenfindet!" Der Zug wälzte sich iuzwischcn an meiner Wohnung vorüber; ich hatte genug und drückte mich.
Am folgenden Tage, am Sonntag, trat ich um ein Uhr in den Speisesaal unsers Gasthauses und wurde durch die freundliche Helle desselben überrascht: lauter neue Fensterscheiben! Bei Tische verabredete ich mit Schwerin und dem Fürsten Lichnowski einen Ausflug nach Homburg, das man mit der Eisenbahn in wenigen Minuten erreichen konnte. Lichnowski war sehr heiter und trug uns nach der Tafel einige spanische Lieder vor, die er eben aus dem Lande des Weines und der Gesänge mit heimgebracht hatte. Als wir des Abends von