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Wie ein Kurort entsteht.
lernen vielmehr seine Größe von neuer Seite bewundern. Wenn er nie eine Zeile von seinen Gedichten und Dramen geschrieben hätte, so würde er allein durch seine eignen Aufzeichnungen über sich noch immer als der größte Mann seiner Nation, als die Blüte der neueren Jahrhunderte erscheinen. Möge daher sein Leben ein beständiges Vorbild und Studium bleiben, wie er vorahuend von seinem Humanus aussprach:
Sein Leben wird den köstlichsten Geschichten Gewiß dereinst von Enkeln gleichgesetzt.
Me ein Kurort entsteht.
uf welche Weise sich Scueca zu einem großen Kapitalisten emporarbeitete, haben die historischen Rechenkünstler mit Genauigkeit nachzuweisen vermocht. Daß der Diktator Gambetta sich hätte eines Urgroßvaters rühmen können, der auf den traulichen Rufnamen Gamberle hörte und ein biederer Schwabe war, ist vielleicht kein bloßes Wortspiel. Wir erfahren alles und jedes, weun wir es wissen wollen, über die vielgewundenen Lebenswege von Leuten, welche sich aus der großen Menge menschlicher Nullen zu der Bedeutung von Nennzahlen emporarbeiteten. Aber fertigen und stattlich uns begegnenden oder wohl gar auf uns hcrabblickenden Dingen ihr Entstehen, ihr mühsames Gcwordensein abzufragen, will uns nicht immer gelingen, dünkt uns auch häufig eine müßige Aufgabe, znmal wenn wir zu den Besserwissern zählen, die sich lediglich um die Frage kümmern, warum denn noch nicht alles bis zum letzten Tüpfelchen der Vollkommenheit gediehen ist und warum man uns nicht um Rat gefragt hat.
Ich sitze hier in einem Badeorte, der mich durch ein paar Moorbäder von einem mir plötzlich auf einer Reise angeflogenen sehr schmerzhaften Hüftweh geheilt hat, und da ich zu den Kurgästen gehöre, deren Dankbarkeit sich nicht im Bewundern von Francuklcidern und im Beklatschen von Kurmusikanten erschöpft, so bin ich liebevoll auf die Suche uach vergilbten Spuren der Entstehungsgeschichte dieses Hygiea-Asyls gegangen. Was ich ermittelte, sei im Nachstehenden mitgeteilt. Große Mühe habe ich nicht darauf zu verwenden brauchen, denn mein Glücksstern führte mich auf einen Vorgänger, der vor drei Jahrzehnten mit Bienenfleiß alles zusammengetragen hat, was in Kanzleien der verstäubtesteu Art sich in der Form vou Aktenbündeln allmählich über diesen Gegenstand gesammelt hatte. Meine Aufgabe bleibt für den vorliegenden Zweck somit sehr einfach. Ich habe durch das Moor von Protokollen, Gutachten, Regiermigsrestciptcn, chemischen Analysen u. s. w. mir einen Weg mittels einer genügenden Anzahl standhaltender Bretter zu bcchuen, damit ich in dem Wüste nicht versinke, und wenn ich soweit für mein Fortkommen Sorge trug, dann von Station zu Station das Berichtenswcrte ins Auge zu fassen und in gedrängter Kürze übersichtlich zusammen zn tragen. Irre ich nicht, so wird sich daraus ein Stück Kulturgeschichte ergeben, dessen unerfreuliche Seiten zahlreich sind, aber iu ihrer häufig humoristisch stimmenden Wirkung den alten Erfahrungssatz bestätigen, daß es uus Menschen gar nicht so übermäßig schwer fällt, die