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Aus einem Kriegstagebuche :
(Schluß.)
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Aus einem Kriegstagebuche.

(Schluß.)

Saarbrücken, S, August.

eute waren weniger Franzosen in der Stadt sichtbar, es muß etwas bei ihnen vorgehen. Auch bringt die Post wieder einige Sachen und Briefe von St. Johann zu uns herüber in mög­lichst privater Form. So kam eine lakonische Anfrage an mich: ,Lebt ihr noch?" Ich ersah daraus, daß man eine kurze Zeitungsnotiz, die Franzosen hätten unsre Städte in Brand geschossen, doch allzu wörtlich genommen hatte. Man behandelt uns im Gegenteil sehr glimpflich, wie Leute, die man einst für sich gewinnen und behalten will. Man hatte schon einen Maire für unsre Stadt im Auge, auch einen Direktor der fiskalischen Saarkohleubergwerke, die an Frankreich übergehen sollten. Damit wird es wohl nichts werden.

Soeben wird auf den Höhen in eigentümlicher Weise mit französischen Signalen operirt. Einige wollen behaupten, die Franzosen seien im Begriff, abzuziehen. Ein Mann, der von Arnual kam, wußte noch mehr zu erzählen und begeisterte uns sehr. Er sagte, gestern Abend sei bei dem Obersten in Ar­nual eine Depesche angekommen, wonach die Franzosen in der Gegend von Weißenburg eine Schlappe erlitten hätten. Darauf hätte der Oberst die Offi­ziere um sich versammelt, in aller Heimlichkeit. Und als die Offiziere wieder entlassen worden seien, habe er zu seinem Quartierwirt gesagt:Wir verlasse» Arnual morgen. Wenn Sie mein Regiment noch einmal sehen wollen, müssen Sie uns in Paris besuchen." Das war für uns wie Manna; eine wahre Prophetie. Der Siegeszug nach Berlin war demnach aufgegeben worden. Wir hatten geglaubt, die ersten Treffen würden für uns unglücklich sein. Nach dem, was uns aus Arnual gemeldet worden ist, muß gleich das erste Treffen für uns siegreich gewesen sein.