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Tagebuchblätter eines Sonntagsphilosophen : 5. Wie Lachen schön macht, etwas zum Begriff der Schönheit.
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130 Theodor Fontanes Roman (Lecilo.

Und wenn die blvße Naturschönheit ohne allen Seelenglanz zu einer solchen wird, die man tote Schönheit nennt bei vollem Leben, so liegt hier eine wirk­lich tote Schönheit vor, die doch zugleich vom Leben tiefstes Zeugnis giebt, von dem Leben, das unabhängig ist von den zufälligen Bedingungen der Körper­welt und in sich selbst ruht vor und über dem Körverwesen wie im Ewigen; erscheint doch dabei selbst der Unterschied von männlich und weiblich im Gc- sichtsausdruck wie aufgehoben oder überhöht. Davon mehr und deutlicher Wohl ein andermal.

Theodor Montanes Roman (Lecile.

eit abseits von den Großstadtschildernngen, wie sie Spielhagen im höhereu und Max Kretzer im niederen Stil versuchen, geht ein Schriftsteller, ein wahrhaft poetisches Talent und durch Lebensverhältnisse, Neigung und unablässiges Studium einer der genauesten Kenner Berlins, seineu ziemlich einsamen Pfad. Anch ihn erfüllt der Gedanke, die deutsche Reichshauptstadt zum Unter- und Hinter­grunde von poetischen Darstellungen zn benutzen, und ohne den französischen Naturalisten uähcr verwandt zu seiu, empfindet er den geheimen Reiz, sich ans einem Boden zu bewegen, welcher ihm, wie der Mehrzahl seiner Leser, völlig vertraut ist. Und obschon sich ein Dichter wie Theodor Fontane nicht darüber tänschen kann, daß alles, was au Wirkungen der Lokalschildcrung, der gesellschaftlichen Atmosphäre gewonnen wird, verhältnismäßig wenig bedeuten will gegenüber der Stärke der Motive und der unmittelbaren Darstellnng der in allen Wandlungen und Spielarten sich gleich bleibenden Menschennntnr, so ver­schmäht er doch deu kleinen Gewinn nicht, welcher namentlich dem Nvmandichterr aus der Eigentümlichkeit seiner Szenerie, aus der Wiedergabe von Gewohnheit, Sitte, Vorurteil, Lebensform und Gesprächstou bestimmter Kreise erwächst. Fontäne hat die Fähigkeit der Beobachtung zu einer gewissen Virtuosität ge­steigert und versagt sich demzufolge nicht, einige Blicke über seineu jeweilige!, Stoff hinnuszuthuu. Daß dies immer in feiner und geschmackvoller Weise geschieht, bedarf keiner Versicherung. Daß bei noch knapperer Einschrän­kung auf die Erfindung der eigentlich poetische Gehalt gesteigert werden könnte, bedarf auch keiner. Aber die kulturgeschichtliche Seite der Dinge hat es eben auch den Dichtern angethan, und in einer Zeit wie der unsrigeu liegt die Gesahr, in der Feinheit der Einzelausführung und Färbung einen Schritt