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Der Fremde in Rif :
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Kleinere Mitteilungen.

Die Engländer schreibt Columbus und insonderheit die Bewohner von Bristol fahren mit ihren Waaren nach dieser Insel, die ungefähr so groß ist wie Eugland. Als ich dahin kam, fand ich das Meer völlig eisfrei. Heut­zutage nennt man das LandFrisland."

Kleinere Mitteilungen.

Ein historischer Roman. Walter Scott, Manzoni und andre haben den historischen Roman in der Weise ausgebildet, daß sie ihre eignen Lebenserfahrungen, die Ueberliefernilgen der nächsten Vergangenheit und ebenso ausgebreitete als gründ­liche geschichtliche Kenntnisse mit Hilfe der in der modernen Welt üblichen Romnn- gcstalten zn Bildern verschmolzen, die dein heutigen großen Lesebedürfnis in ganz andrer Weise entgegen kommen als das bloße Leihbibliotheksfntter.

Ein diesen beiden und ihresgleichen ebenbürtiger Schriftsteller hütet sich denn auch wohl, die Szene seiner romantischen Begebenheiten in räumliche oder zeitliche Verhältnisse zn verlegen, die ihm wenig oder garnicht bekannt sind, weil dann seine ganze Darstellung in der Luft schwebt. Gestalten, welche auf einem Boden stehen, der nie existirt hat, mögen einen Backfisch ergötzen oder rühren; einen, der etwas voll Geschichte weiß, können sie nur anwidern. Wenn Scott einen Vorgang in Edinburgh spielen läßt, wie die unübertreffliche Szene, wo der ungeduldige Reisende die Abfahrt der Postkutsche vor dein Keller in der Highstreet erwartet, so hält er seinen Leser sogleich fest, da dieser weiß, daß Scott cm dem Keller unzähligemale vorbeigegangen ist. Etwas mehr Vertrauen nimmt er schon in An­spruch, weun er seine Begebenheiten nm Jahrhunderte zurücklegt; er hatte aber sehr tüchtige Studien gemacht, er kannte zum Beispiel das Jntrigueuspiel nm Hvfe Elisabeths und der Stuarls sehr genau. Was würde er dagegen für Erfolge erzielt haben, wenn er die Postkutsche nicht aus der Highstreet in Edinburgh, sondern aus der Behrenstraße in Berlin abfahren, oder seinen Lesern statt Amy Robsarts Schicksale etwa die Leiden und Freuden der Vittoria Accorombona vor­geführt hätte? Wahrscheinlich hätte man ihn einfach ausgelacht.

Der historische Roman scheint in unsern Tagen auf eine neue Entwicklungsstufe getreten zu sein. Karl Frenzel veröffentlicht im Julihefte derDeutschen Rund­schau" die erste Hälfte einer Novelle, die unter dem Titel Schönheit das Flo­rentiner Leben zur Zeit Snvonarolas schildert, und deren Eigentümlichkeiten wir im folgenden kurz beleuchten.

Erstens werden die Florentiner Familien wie Berliner behandelt. Es heißt nämlich regelmäßig die Albizzis, die Pazzis u. s. w., gerade wie man in Berlin Schulzes und Müllers sagt, was, wenn auch nicht gerade stilistisch elegant, doch weiter nicht tadelnswert ist, weil es eine Unbequemlichkeit wäre, immer weitläufig die Familie Schulze zu sagen. Nun liegt die Sache bei jenen italienischen Namen aber doch etwas anders: sie sind nämlich wirkliche Plurale, was jeder, der ein Wort Italienisch versteht, schvn aus der Endung i abnehmen kann. Zum Ueberflnß wird es noch dadurch bewiesen, daß ein Mitglied derartiger Familien znm Beispiel Iioroww cloi Nvüioi heißt, das heißt einer von den Medici, um von alleil andern. Gründen zu schweigen.