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Jugenderinnerungen : (Fortsetzung.) 5.
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Kleinere Mitteilungen.

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nuch, und weil viele mit Recht vermuteten, der Knabe müsse, wenn er überhaupt uoch am Leben sei, bei seinem Umherirren die nahe Grenze Böhmens über­schritten haben, so wurde der erwähnte Aufruf auch in derPrager Zeitung," dem damaligen Hauptblattc des Königreichs Böhmen, zum Abdruck gebracht.

Indes vergingen Wochen und Monate, ohne das; von irgend einer Seite über den Verbleib des Knaben eine Kunde einlief. Er war nnd blieb spurlos verschwunden, als habe ihn die Erde eingeschlnckt. Seine Eltern und Ver­wandten legten tiefe Trauer an nnd beweinten ihn als einen Verstorbeneu.

(Fortsetzung fvlgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Die Zerstörung Venedigs. Es ist bekannt, mit wie lebhaftem Unwillen die Umwandlung Roms in eine moderne Stadt nicht nur in Deutschland und über­haupt im Auslande, sondern auch iu Italien, ja in Rom selbst aufgenommen worden ist. Freilich liegen gewichtige Gründe vor, welche es verbieten, den alten Zustand fortbestehen zu lassen. Die stark anwachsende Bevölkerung zwingt dazu, an die Erweiterung der Häusermassen zu denken, der zunehmende Straßenverkehr läßt die alten, enge:: Straßen, in denen kein Trottoir den Fußgänger ohne Gefahr des Uebcrfahreuwerdcus eiuhergehen läßt, als unerträglich erscheinen, die gesetzliche Aufhebung der Majorate bedingt eine Aufteilung des Familicnbesitzes und verbietet die Erhaltung solcher Erholuugs- und Promenadenterraius wie Villa Ludovisi und Bvrghese kurz, der Not der Zeit knuu sich die Gegenwart nicht entziehen, wenn man nuch zugestehen wird, daß die Neubauten in einem andern Stile und mit mehr Geschmack aufgeführt werden könnten, als ihnen die Bauunternehmer in den neueu Stadtvierteln zu Teil werden lasten, deren moderne Häßlichkeit in so selt­samer Weise von den stimmungsvollen Vigneu und Gärten absticht, die Jahr­hunderte lang die Schönheit Roms und das Entzücken der Reisenden ausmachten.

Ganz anders liegt die Sache in Venedig. Rom hat seit seinem Wiederaufbau »ach deu Verwüstungen des ausgehenden Altertums uud des frühen Mittelalters immer Fahrstraßen, wenn auch ungenügende, gehabt Venedig dagegen ist zu einer Zeit angelegt worden, und hat deu Zeitcharakter jener Periode bewahrt, wo die Städte nicht für das Fahre», sondern nur für das Reiten und Gehen gebaut wurden. Gab es iu dem antiken Rom nur sehr wenige Fahrstraßen, und auch diese nnr in sehr beschränktem Maße zum Fahreu benutzbar, so giebt es dieser Stndtegrttndung gemäß noch heute zahlreiche alte Ortschaften im Süden, z. B. iu Spanien, vor deren Thoren der Wagen halte» muß, während die Reisendem zu Fuß durch das Stadtthor hiueiugehe».

. Das glänzendste und originellste Beispiel dieser Städte ist Venedig. Im frühe» Mittelalter angelegt, ist es keineswegs auf die Kauäle allein, oder auch