Iugenderinnerungen.
von Grnst Willkomm. (Fortsetzung.) 5.
cit dem Ende der Befreiungskriege war von anszen her nichts Aufregendes au unser dörfliches Stillleben herangetreten. Eiu Tag verging ziemlich wie der andre; selten wurde der geregelte Gang unsers Faunlienznfammenseins durch Besuche unterbrochen. Und kehrten solche bei uns ein, so brachten sie keinerlei Störung hervor, denn sie gehörten immer bekannten Kreisen an und kamen aus der nächsten Nachbarschaft. Wir Geschwister sahen indes solche Gäste gern, da es bei der merkwürdigen Bauart der alten Pfarrei uus gestattet sein mußte, in ein- und demselben Zinnner mit den Eltern und Besuchenden uns aufzuhalten. Daraus ergab sich für uns ein nicht gering anzuschlagender Vorteil. Wir hörten über die verschiedenartigsten Gegenstände unumwundene Urteile fällen, und vernahmen oft Äußerungen, die für uus später reichen Stoff zmn Nachdenken gaben.
Man lächelt vielleicht über die Behauptung, daß die banliche Einrichtung unsers Hauses Ursache gewesen sei, daß meine Eltern Besuche nicht in einein besondern Zimmer hätten empfangen können. Es möge deshalb hier eine kurze Schilderung der uns zu Gebote stehenden Räumlichkeiten eingeschaltet werden, nmsvmchr, als diese nicht ohne Einfluß blieben ans den Gesundheitszustand der Familie.
Ich habe schon erwähnt, daß die Pfarrei unmittelbar an den Kirchhof stieß, nur lag nnd liegt sie heute noch vier Fuß tiefer als dieser. Mau mußte deshalb, uachdcm man die „Halle" durchschritten hatte, drei hohe Stufen hinunter- steigeu, nm die Hausflur zu erreichen. Von diefer führte eine mit plumper