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Zur Geschichte der Nationalliberalen.
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Zur Geschichte der Nationalliberalen.

ine politische Partei, die auf keine Utopien zusteuert uud jeden Schritt, welcher sie ihren Zielen näher bringt, also auch einen kleinen, wenn dem größern unüberwindliche Hindernisse erwachsen, für einen Gewinn hält, wird in bewegten Zeiten immer einen schweren Stand haben. Sich alsGanzer" aufzuspielen, ist, besonders wenn damit keiue Verantwortlichkeit übernommen wird, das leichteste von der Welt; und mögen Rechte und Linke noch so spinnefeind sein, in Haß nnd Verachtung derHalben" pflegen sie sich brüderlich zu begegnen. Sich mit dem Möglichen, dem Erreichbaren begnügen, auf morgen vertage», was heute nicht geleistet werden kauu, weder mit dem Kopfe durch die Wand rennen wollen, noch sich schmollend zurückziehen, falls die Thür nicht genau da durch­gebrochen werden soll, wo man sie gefordert hatte das gilt als Charakter­schwäche, wenn nicht gar unlautere Beweggründe untergeschoben werden. Und als Beispiele dienen dafür die Vorsichtigen und Unentschlossenen, welche sich aller­dings gern unter das schirmende Dach der Mittelparteien flüchten; wobei man nur übersieht, daß gerade solche Anhänger des -lusts rnitiöu schleunigst eine andre Richtung einschlagen, wenn jenes Dach nicht mehr den gewünschten Schutz zu gewähren scheint.

In wie reichem Maße diese Erfahrungen die nationalliberale Partei in Deutschland gemacht hat, ist bekannt. Unter verschiedncn Namen, als Konsti­tutionelle, Gothaer, Liberale, besteht sie im wesentlichen ziemlich unverändert seit deu dreißiger Jahren. Auf dem Hambacher Fest schied sie sich wohl zum erstenmale bestimmt von denjenigen Revolutionären, welche Deutschland mit Hilfe der Franzosenbefreien" wollten. Revolutionär war vielleicht mancher auch von ihnen gesinnt, da es unmöglich schien, das öffentliche Leben seiner Fesseln ohne Anwendung der Gewalt zu entledigen; aber so viele damals uud später dem Grundirrtum der Giroudisten verfielen, das Vaterlandsgcfühl, der nationale Stolz hielt sie von jener äußersten Vcrirrung zurück, uud Studien und Er­fahrungen ließen sie den Wert der gesetzlichen Entwicklung erkenne». Lang­samer brach sich die wohl zuerst von Paul Pfizer bestimmt ausgesprochene Überzeugung Bahn, daß Prenßen, und dieser Staat allein, den Beruf habe, Deutschland aus der Zerrissenheit und Unfreiheit zu erlösen; und die Vernich­tung der Hoffnungen, welche an den Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. geknüpft worden waren, nährte in den Einzellandtcigcn nnd der Presse der kleinern Staaten den Partikularismus und deu Radikalismus, bis der Vcr-