488 Ungehaltene Reden eines Nichtgewählten.
farbenprächtige Blüten getrieben hat, mit allen ihren Wurzeln ansgraben und in die deutsche Erde verpflanzen möchten. Die Aufäuge, die einige junge, unverständige Heißsporne in dieser Richtung gemacht haben, sollten in ihrer krassen Häßlichkeit warnende Beispiele sein.
Ungehaltene Reden eines Nichtgewählten.
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ief erschüttert nehme ich hente das Wort, aber nicht erschüttert in meinen Grundsätzen. Des Volkes Stimme ist Gottes Stimme, das ist und bleibt wahr, aber darüber sind wir ja längst einig, wer regieruugsfremidlich stimmt, stellt sich außerhalb des Volkes, das Volk ist die Opposition: die blutrote, die rotblau schillernde, die schwarze, die gvldne, die gclbweiße, die Weiße, die blaurotweiße, kurzum, das ganze Spektrum. Und daß am 21. Februar dieses einige und alleinige welfisch -politisch -französisch -partikularistisch-aiiarchistisch-freisinnig- interncitionale deutsche Volk, dies herrlichste vor allen, iu die Minderheit gedrängt worden ist, das ist, wie Eugen Nichter so schön sagt, das Werk von Lug und Trug. Was er damit eigentlich gemeint hat, weiß ich allerdings nicht; an die unschuldigen kleinen Wahlschcrzc, das Septeunat bedeute siebenjährige Dienstpflicht, u. dergl. m. wird er dabei schwerlich gedacht haben. Allein er sagt es, und nicht er allein sagt es, sondern alle die ehrenwerten Männer, welche die Lüge ebenso tief verabscheuen, wie Falstaff die Feigheit, also muß es doch wahr sein. Welcher patriotische Schmerz spricht aus den Worten Alexander Meyers, des unvergleichlichen Reichstags-Fcuilletonistcn, nach dessen Reden mein Nachbar Meseritzer zu sagen pflegte: „Heißt ein Geist! Der reine Oskar Blümchenthal!" Nun, der gute Meseritzer ist Enthusiast, und mit dem ruhmgckrvnten Verfasser des „Probepfeil" verglichen zu werden, würde Alexander Meyer in seiner Bescheidenheit selbst ablehnen. Aber als ich seinen Aufsatz in der „Breslaner Zeitung" las, sagte ich mir: Diese Kraft soll der Reichstag entbehren? Dann wird er ein Rumpfparlament! „Das Tabaksmonopol und das Branntweinmonopol sind doch nicht das Einzige, was wir zu fürchten haben; man kann Stcuerprojekte cmsdenkeu, mit denen verglichen das Monopol zu einer wahren Wohlthat wird." O wie wahr! Man kann eine Steuer legen auf jedes unnütze Wort, man kann eine Steuer legen aus das Verbreiten falscher Gerüchte, man kann eine Steuer