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Deutsch-böhmische Briefe. 2.
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Die Thätigkeit der Frauen für die Milderung der Wohnungsnot.

Verschärfen werde, sich schwerer als früher beantworten ließ. Es läßt sich nicht behaupten, daß jene Verschiedenheit des Charakters der Deutschen und Tschechen so groß gewesen wäre, daß es mit Notwendigkeit zu einem Rassenkampfe hatte kommen müssen, und wenn ein solcher im fünfzehnten Jahrhundert ansbrach, so wurde das Feuer vorzüglich durch das Treiben fanatischer Eiferer, die halb Theologen, halb bittere Feinde deutschen Wesens waren, und durch das Ver­halten des Adels angefacht, welcher die Dcntschcu als Hauptvertretcr des böhmischen Bürgertums haßte und zu vernichten strebte.

Die Thätigkeit der Frauen für die Milderung der Wohnungsnot.

ie Frauen der höhern Stände sind in erster Linie znr that­kräftigen Mitarbeit au der Verbesserung der unter den ärmern Klassen herrschenden Wohnnngszustände berufen; ohne ihre Mit­wirkung wird im allgemeinen nur Ungenügendes erreicht werden können, werden die aufgewandten Mittel in der Regel nicht in dem richtigen Verhältnis zum Erfolge stehen. Diese Überzeugung drängt sich dem­jenigen auf, der die erstaunlichen Erfolge Octavia Hills in London gesehen hat, und wird noch mehr durch die Wahrnehmung befestigt, daß neuerdings auch in Deutschland Frauen, natürlich zur Zeit noch in bescheidenen Grenzen, mit kleinen Mitteln hervorragend Tüchtiges leisten und den praktischen Beweis liefern, daß die Herstellung gcsnnder und behaglicher Arbciterwohuungen bei den gegen­wärtigen Löhnen, Grundstückspreisen uud Baupreisen thatsächlich möglich ist.

Dieser Kostenpunkt ist allseitig als Kernpunkt der ganzen Frage anerkannt. Nicht als ob, sobald es feststeht, daß man ohne Geldopfcr Arbeiterwohnungen bauen kann, sofort eine genügende Anzahl von Wohnungen gebaut und vor allem in gntem, gesundem, nicht übervölkertem Zustande erhalten werden würde; die Meinung ist vielmehr die, daß nunmehr die Möglichkeit erwiesen ist, nach und nach das Übel zu bekämpfen, ordentlichen, aber armen Leuten zn guten Wohnungen zu verhelfen, sie aus Schmutz, Elend und Ausbeutung zu erretten und die unordentlichen wenigstens zum Teil zu bessern Lebensgewohnheiten zu erziehen. Ein solcher Beweis nimmt der Gesellschaft, welche ihre Gleichgiltigkeit gegen die Wohnungsnot mit dem Vorwande der Aussichtslosigkeit aller auf Ab­hilfe derselben gerichteten Bestrebnngen zu beschönigen sucht, diesen Vvrwand, und kräftigt uud ermutigt diejenigen, welche den Bau gesunder uud geräumiger

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