202 Deutsches, romanisches und preußisches Königtum,
des Sozialistengcsetzcs und andern, um schließlich bei den Debatten über die Militärvorlage zu endigen, also mit der Forderung dieser Mehrheit, die Fricdeus- präscnzstärke auf drei Jahre festzustellen, d. h. ein direktes Mißtrauensvotum gegen den Kaiser und Bismarck zu geben, denn man verlangt damit, „daß der Herrscher, welcher Deutschland geeinigt hat, unter die Kuratel der Herren Windthvrst, Nichter und Grillenberger gestellt werde, damit er nicht unnötige Svldatenspielcrei treibe," Aber wir wollen schließen. Znr Zeichunug dieser Ncichstagsmajorität uud insonderheit auch der deutsch-freisinnigen Partei wird das Gegebene genügen. Für sie ist das Distichon:
Eines hast du, o Deutschland, was eng mit Athen dich verbündet; Stehet ein Großer dir auf, sicher verkleinerst du ihn.
Deutsches, romanisches und preußisches Königtum.
von Hans prntz.
mmer von nencm lenkt die Wiederkehr des 18. Januar unsre Gedanken zurück auf jene» großen Augenblick, der das preußische Königtum ins Leben rief.
Kanm war der Staat der Hvhenzolleru im dreißigjährigen Kriege der Gefahr entgangen, zwischen den großen Mächten zermalmt zu werde»; mühselig war er von dem erfindungsreichen Friedrich Wilhelm in viclgewandtcr, aber auch vielgcwnudeuer Politik durch schwere Stürme aus Ost und West hiudurchgestcuert worden. Und nun drängte er sich mit der Annahme des Königstitels wie ein ungeduldiger Emporkömmling in die Reihe der leitenden Staaten und erhob Ansprüche, die dnrchzusetzen er doch noch nicht die Mittel besaß und nach Lage der Dinge auch so bald nicht erwerben zu können schien.
Für eine That bloß am Änßern haftender Eitelkeit wird die Sclbstkrönung Friedrichs I. heute niemand mehr ansgcbcn. Doch wird auch uicmand behaupten, der neue König habe die weltgeschichtlichen Folgen seiner That ermessen. Aber was die Gegner der Hoheuzollern gefürchtet hatten, wenn sie von dem ncnen vandalischen Königtum an der Ostsee sprachen, was im Anschluß au die Gcwiuuuug der Souveränität in Preußen vielleicht schon der große Kurfürst