Beitrag 
Gymnasialunterricht und Fachbildung :
(Fortsetzung.)
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

Gymnasialunterricht und Fachbildung.

107

Berechnung sformeln geprüft, deutlich, daß ein Unteruehmergewinn meist nicht erzielt wird, und daß selbst die Fälle, in denen die Grnndrentc, und mehr als diese, von dem Unternehmerverlust aufgezehrt wird, erschreckend häufig sind. Einzelne Beispiele hier anzuführen hat keinen Wert, da sie ja nichts beweisen würden, und ich überdies glaube, daß niemand die Thatsache in Abrede stellen wird. Ein Notstand ist also vorhanden, und zwar nicht ein Notstand der Grundrentenbesitzer als solcher, sondern ein Notstand der landwirtschaftlichen Unternehmer, also der Landwirtschaft selbst. (Schluß folgt.)

Gymnasialunterricht und Fachbildung.

vou Ludwig von Hirschfeld.

(Fortsetzung.)

er kurze Rückblick auf die Entwicklung unsers Schulwesens war notwendig, um darzulegen, welcher Art die Fehler sind, die ihm anhaften, namentlich auch durch welche Einflüsse sie ihrerzeit hineingetragen wurden. Dabei erkennen wir zugleich den Stand­punkt, den die Gesetzgebung festgehalten hat. Die Schulverwaltuug so haben wir gesehen hat das philologische Gymnasium in seiner ursprüng­lichen Organisation unberührt gelassen und allen Forderungen, von dein Pensum etwas preiszugeben, entschiedenen Widerstand geleistet. Gleichzeitig hat sie in der Realschule eine Pflanzstätte moderner Bildung herangezogen, die der neuen Zcitstrvmuug Rechnung tragen soll, aber nur einen Teil der häusig wiederholten Wünsche befriedigt. Wir stehen nun vor der Frage: Ist diese Schulpolitik die richtige und wird sie sich durchführen lassen? Genügt das Vorhandensein von Realschulen, um den Zöglingen, welche auf das altsprachliche Studium aus Gründen der Zweckmäßigkeit verzichten müssen, diejenige allgemeine Bildung zu geben, die wir auch ohne Rücksicht auf den Beruf von den Mitgliedern der höhern Gesellschaftsklassen erwarten? Wäre dies der Fall, so würden wir zweifellos alle diejenigen Schüler dieser Anstalt zuströmen sehen, die nicht als Theologen, Philologen, JuristeU u. s. w. eiue Anstellung im Staatsdienste er­streben. Mathematiker, Physiker, Offiziere, Künstler, Volkswirte, moderne Philo­logen und alle Arten von Technikern würden die Realschule als die passendere