Unsre Apotheken,
Über das beste Vermögen des Menschen unzulänglich ist. Der Glcmbe an die Ausgleichung dieser Unzulänglichkeit durch Christus ist die Voraussetzung allen sittlichen Wertes nnd sittlichen Strebens. Daher die Lehre: Aus dem Glauben die Werke, Aber die Höhe eines solchen ethischen Standpunktes ist nicht der Anfang, sondern das Ende der Entwicklung, Die christliche Ethik in der Form des evangelischen Bekenntnisses ist einer höhern Klasse zu vergleichen, welche Vorklassen voraussetzt. Die römische Kirche, welche ihre Vvrklasscn in die Organisation aufgenommen hat, ist gewissermaßen im Vorteile, wenn sie auch der Gefahr nicht entgeht, auf ciuer tiefern Stufe ethischer Erkenntnis sitzen zu bleiben, Luther setzt bei seiner Kircheulchre die „christliche Obrigkeit," den christlichen Staat nach mittelalterlichem Staatsbegriffe voraus. Die Territvrial- herrschaft über eine gemischte Bevölkerung kennt er nicht, nnd so weist er dem Staate kirchliche Fnnktionen, gleichsam das alte Testament zn. Der moderne Staat muß diese Aufgabe ablehnen. Somit hat die evangelische Kirche einen Teil dessen verloren, was ihr zur Unterlage diente. Sie muß die Arbeit selbst übernehmen, ist aber darauf nicht eingerichtet nnd in der Methode nicht geübt. Wenigstens gleicht mancher brave Pastor dem Lehrer einer höhern Klasse, der das Abc lehren soll und es zn lehren verlernt hat. Was aber das schlimmere ist: die evangelische Kirche kann die so wenig gewürdigte und verstaudeue Höhe der sittlichen Anforderung nicht herabmindern, ohne sich selbst preiszugeben. Sie würde als Lehrerin des Volles mehr wirken, wenn sie sich der Lehre vom opu« opgratuw der katholischen Kirche nähern wollte, aber das kann sie nicht.
Alles dies sind doch nicht bloß Verlegenheiten, sondern schwere Hindernisse, an deren Bewältigung noch manches Geschlecht wird arbeiten müssen. Der Verfasser betont zum Schlüsse, daß es bei Professoren nnd Pfarrern daranf ankomme, daß alle ihre hohe Aufgabe immer bewußter und tiefer erfassen nnd durchführen. Vor allem bedürfe die Kirche tüchtiger Pfarrer, Nicht Gelehrte, uicht Advokaten des Christentums solle» sie sein, sondern lebendige, frohe Zeugen des Evangeliums, geschult durch die Wissenschaft, ausgestattet mit Weltkenntnis uud Menschenkenutuis, gesalbt mit dein Geiste, treu, stark, frei. Indem wir da Wort „frei" im christlichen Sinne fassen, stimme» wir dem zu, m. A
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Unsre Apotheken.
eit 1848, also ein Menschcnaltcr hindurch, werden die Volksvertretungen von Zeit zu Zeit mit Petitionen in Sachen der Apothckengcsetzgebung bestürmt, welche auf Freigebnng der bisher beschränkten Niederlassung in diesem Gewerbe gerichtet sind, E<s dürfte daher eine objektive Darlegung der bestehenden Verhältnisse in diesen Blättern nicht überflüssig erscheinen. Auch hier spielt sich ein Stück