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Literatur.
Aber Mathilde behcirrte auf ihrem Entschlüsse, sodaß die Tante über diesem ungewohnten Starrsinn aus dem Zorn in Jammer geriet.
Ach du böses Kind, rief sie kläglich, das ist nur, um unsre ganze Familie bei anständigen Leuten auf ewig in Verruf zu bringen! Was kannst du ihm denn nützen?
Eben gerade in diesem Falle, sagte Mathilde eifrig, wie ich es vielleicht nicht ein zweitesmal kann. Sie sind beide hart und heftig, er und sein Vater — wenn ich nicht bei ihm bin, kommt eine Aussöhnung vielleicht nicht zu stände, und daran bist du dann schuld, Tante!
Ach schuld! Was schuld! Da geh hin, du ungeratenes Mädchen, ich halte dich nicht. Aber daß ich das an dir erleben muß, ist schrecklicher Lohn für meine treue Pflege! Ja, Mathilde, und wenn deine Großmutter nicht eine Theaterprinzeß gewesen wäre, hättest du garnicht die Fähigkeit in dir zu solchem unziemlichen Betragen! Aber ich sagte es ja gleich, als der Bohemund deine Mutter nahm, denn ihr Vater war ein Verschwender, und von dem hat's die Julie.
Dieselbe Julie hatte unterdessen vergeblich gesucht, ihren Onkel allein zu sprechen. Sie beschloß nun, ihm durch einen der Knechte einen Zettel nach der Ottersleber Grenze zu senden, um ihn zu schleimigster Rückkehr aufzufordern. Noch war aber von dem Wagen nichts zu hören lind zu sehen, als Richter Mathilden abholte.
Die Schwestern hatten eilig das Nötigste zusammengepackt, während die Tante sich zürnend in ihrem Zimmer hielt. Sie verweigerte es auch, sich von Mathilden zu verabschieden, und so machte sich das Brautpaar, nur von Juliens Segenswünschen begleitet, auf den Weg. Julie stand noch lange an der Gartenpforte und sah ihnen nach. (Schluß folgt.)
Literatur.
Attarachus und Baleria, Eine lyrische Erzählung von Beatus Rheuauus. AuS der Studienmappc eines Bonner Studenten. Leipzig, Fr. Wilh. Grunow, 1886.
Eine der eigenartigsten Dichtungen, welche die jüngste Zeit hervorgebracht hat. Es ist nicht leicht, dieser „lyrischen Erzählung" mit wenigen Worten gerecht zu werden. Es ist eine historische Dichtung, aber ein Füllhorn lyrischer Schönheiten ist über sie ausgegossen; es ist eine ans einem historischen Monument herausgesponnene Träumerei, aber jede Seite legt Zeugnis ab von markiger Gestaltungskraft. Folgen wir der Genesis des Werkes, über die uns der Dichter auf das anmutigste belehrt.
In einem rheinischen Museum römischer Altertümer l)at den jungen Forscher ein rätselhafter Denkstein gefesselt. Er sucht den einstigen Trägern der hier eingegrabenen Namen auf die Spur zu kommen, und ihre nationalen und Standes-