Aus der Chronik derer von Riffelshausen.
Erzählung in zwei Büchern von Margarethe von Bülow.
lFortschung.)
athilde war so erfreut, Lischen Schcfflingen nach längerer Zeit einmal wiederzusehen, daß sie wenig Interesse für die übrigen Anwesenden hatte. Die beiden Frenndinnen saßen auch beim Diner neben einander, nnd Anton, dem die Frau des Hauses mit viel Würde eine Familiengeschichte nach der andern erzählte, konnte nicht umhin, trotz seiner aufrichtigen Verehrung für die Frau Mutter mehr als eineu Blick uach der Tochter hiuüberzuwerfen. Trotz dieser geteilten Aufmerksamkeit befestigte sich aber der junge Maun mit den seelenvollen, treuen Angen in der Gunst der gestrengen Dame.
Valer machte indessen seiner Tischnachbarin, der Komtesse Asta Lembrück, mit halber Stimme Bemerkungen, die diese sehr zu fesseln schienen. Finden Sie nicht, Gräfin, daß ich auffallend an Mirabeau erinnere? Mirabeau? Wie so, Baron Niffclshausen?
Die kleine Komtesse im orangefarbenen Kleid hatte wirklich etwas von Mirabeau gehört, konnte aber den Helden der Revolution in keinen Zusammeu- hang mit dem Referendar bringen.
Ich meine nicht Ihren Freund, den großen Mirabeau, sondern seinen Brnder, das Weinfaß. Sehen Sie einmal nach meinem Bruder Anton!
Die Komtesse sah auf. Der Bezeichnete war eben dabei, seiner Nachbarin zur Linken, einer zweiten Komtesse Lembrück, von der wiedererstehenden Größe des deutschen Reiches und von der Jugendkraft der Nation zu sprechen. Er forderte mit erhobener Stimme und blitzenden Augen die Feinde Deutschlands auf, die Kraft des deutschen Armes zu versuchen. Um ihn her lauschte man ihm mit einer Art Andacht; sogar Fräulein Lischen, die so streng daran ge-