Aus der Chronik derer von Niffelshausen.
Erzählung in zwei Büchern von Margarethe von Bülow.
(Fortsetzung.)
Dreiunddreißigstes Rapitel.
ährend sv Mathilde in Nummelshausen Emilchens interessante Bekanntschaft erneuerte, fand in Siebenhofen ein Streit statt zwischen Tante Cäcilie und der bösen Nichte Julie. Erstere wollte nämlich den erwarteten Neffen in der gelben Stnbe logiren lassen; Julie dagegen behauptete, er müsse in die zu ebener Erde gelegene blaue Stube, da sich nur iu letzterer eine Bettstelle befinde, die für den langen Antvn die erforderliche Größe habe. Es war nicht leicht, gegen die Tante anzukämpfen, und dies kühne Unterfangen hatte Julien schon manche nicht eben liebreiche Predigt eingetragen. Dennoch fuhr sie fort, ihren eignen Willen neben dem der Tante geltend zu machen. Tante Cäcilie stand an ihrem Weißzeugschrank und überlegte, welche Handtücher man wohl dem Jungen geben sollte. Nebenher bestellte sie das Mittagessen.
Ich mvß übrigens sagen, Minna, es scheint, als vergäßest du jetzt manchmal, wer hier eigentlich zn befehlen hat! Wenn Fräulein Jnlie etwas sagt, so hast dn erst anzufragen, ob es mir auch recht ist.
Diese Minna war leider nicht mehr die alte, die so vortrefflich mit dem gnädigen Fräulein ausgekommen war, sondern eine juuge Person, die in Wahrheit Pcinline hieß, aber von dem Fräulein umgetauft worden war.
Ach, gnädiges Fräulein, meldete der Schmidt, der Herr Fabrikbesitzer Vrennhold ist unten angekommen auf einer wuuderschöneu Jsabelle und möchte den Herrn Baron sprechen. Es wäre wegen dem Hegel.
Grenzvoten IV. 1886. 37