Aus der Chronik derer von Riffelshausen.
Erzählung in zwei Büchern von Margarethe von Bülow.
(Fortsetzung.)
Emunddreißigstes Aapitel.
ie Sonne war untergegangen. Die Bäume regten sich bisweilen, als ob es ihnen Wohl sei in der warmen Abendluft. Rings umher war es ruhig, nur das Wasser gluckste und murmelte beim Eintritt in den Graben, und kleine Mücken tanzten darüber.
Georg Riffelshausen hatte mit Julien die Gräber des Hvf- marschalls und Theresens besucht. Jetzt saßen sie vor dein Hause auf einer grünen Gartenbank.
Georg sah vor sich hin. Seine Gedanken weilten bei der Frau, an deren Grabe er soeben gestanden hatte. Lebendig, als habe sie ihn erst gestern verlassen, schwebte ihr Bild vor seinen Augeu mit dem demütigen Lächeln und dem guten, klugen Blick. So lebhaft sah er sie, daß er kopfschüttelnd aufblickte, um der Erregung, die sich seiner bemächtigten wollte, Herr zn werden.
Julie, wie sie, die Hände ineinander gelegt, nach den Baumwipfeln schaute, erinnerte nur wenig an ihre Mutter. Es lag in dem jungen Gesicht ein ungewöhnlich ernster, fast harter Zug.
Woran denkst du, Julie? fragte er, nachdem er sie eine Weile betrachtet hatte.
Sie machte eine lebhafte Bewegung. Ich war mit meinen Gedanken noch bei den Toten. Ist es Unrecht? Warum?
Weil es so unnütz ist, sich über vergangenes zn grämen. Und doch komme ich nicht darüber weg. Ich kann die Jahre, die zwischen dem Tode der Mutter