Aus der Chronik derer von Riffelshausen.
Erzählung in zwei Büchern von Margarethe von Bülow.
(Fortsetzung.)
ls Therese erwachte, befand sie sich in Georgs zu ebener Erde gelegenem Zimmer auf dem alten Ledersvfa. Während der Wille in ihr mühsam die verwirrten Sinne in die alte Ordnung zurückbrachte, vernahm sie, nvch wie im Traume, die Stimmen ihres Mannes und Schwagers. Sie ist schwach, sagte Bvhemund in gereiztem Tone. Zart wäre das richtigere Wort, sagte der cmdre, und du mußt durchaus darauf Rücksicht nehmen.
Meinst du? Gieb mir den Essig noch einmal her. So, danke. Ich sollte meinen, ich könnte sie etwas länger als du. Darin hast dn Recht.
Als es der Hofmarschallin gelang, die Augen zu öffnen, befand sie sich mit ihrem Manne allein. Georg hatte sie verlassen.
Bohcmnnd seufzte erleichtert auf und berichtete, daß Mathildchen sich wohlbehalten in ihrem Bcttchcn befinde, umgeben von dem gesamten weiblichen Hauspersonal.
So wollen wir, sobald du dich genügend von deinem Schreck erholt hast, in das Frühstückszimmer gehen und uns stärken.
Es thut mir sehr leid, begann die Frau. Aber der Hofmarschall machte eine abwehrende Handbewegung. Schon gut, lassen wir das, liebes Kind. Du hast nun einmal nie viel Selbstbeherrschung gehabt, und lernst das jetzt nicht mehr.
Damit bot der Hofmarschall seiner tief beschämten Frau den Arm und sührte sie in das Eßzimmer, wo Fräulein Cäcilie und Herr Trcckelberg bereits in einträchtiger Zmiesvrach beim Kaffee saßen und sich nun in dem Gefühle der Freude vereinigten, Therese wieder munter zu sehen.