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Camoёns : Roman : (Fortsetzung) : elftes Kapital.
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Notiz.

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und in kriegenscher Lcinne in Otaz' Herberge wiedergesehen hatte. Jetzt stand derselbe im durchnäßten Schiffcrwams, mit zerrissener Schärpe, im Gürtel noch das knrze Schwert, aber ohne Hut und Schnhe, keuchend auf dem Steindammc, und neben ihm wuchs ein Dntzend andrer Gestalten, alle gleich wüst, gleich verstört und matt, die meisten mit Wunden nnd armseligem Verbände, die Böschung des Dammes empor. Camvens, der noch immer ans den Vordersten schaute, bemerkte an dem verwundert erschrockenen Blicke des braunen Gesellen, daß auch dieser ihn erkannt habe. Er war mit einem Sprunge neben ihm, faßte ihn heftig am Arme nnd rief ihm zu: Mensch, wo kommst dn her? Wem gehört das Schiff, das Ihr dort verlaßt? Und warst du nicht bei der Flotte oder beim Heere des Königs?

Recht, ganz recht, Senhor, ich war auf der Flotte und auch beim Heere, sagte der Angerufene und trat auf dem Steindamme hin und her, als ob es ihm wohlthue, festen Boden unter den Füßen zu haben. Die mit ihm Ge­landeten starrten verwundert auf den Mann, der sie hier aufhielt, einigen von ihnen ward es offenbar schwer, sich aufrecht zu erhalten.

Und wo ließt Ihr die Flotte, wo das Heer? fragte stürmisch Camoens. Seid Ihr Fahnenflüchtige oder Verschlagene?

Wo die Flotte zur Zeit ist, weiß ich nicht! versetzte der Seemann mit dumpfer Stimme. Admiral Diogo da Sousa hatte uns mit zwei kleinen Schiffen, welche Lcbcnsmittel ins Lager führen sollten, in eine Bucht, halbwegs zwischen El-Arisch und Arzillci, geschickt. Wir brachten die Ladung ans Land und gerieten mit unserm Zuge mitten in die Mordschlacht, die um Mittag noch toste. Das Heer — König Sebastians Heer, Senhor! — liegt am Ufer des Lnccos, bei den Sandhügcln von Alcacer, erschlagen; wie wir hier stehen, sind wir allein von taufenden, die nm uns fielen und starben, zur Küste entronnen und haben das Schiff erreicht, welches Ihr dort seht! Wer sonst noch lebt, wir wissen es nicht! ^_____ (Fortsetzung folgt.)

Notiz.

Zur Bedeutung des Eides bei den Sozialdemokratin:. Der Prozeß Berndt-Christensen, welcher aus der Denunziation des Abgeordneten Singer gegen den Schutzmann Jhring entstanden war, hat mit einer Verurteilung der Angeklagten zu einer schweren Strafe geendet. Der Eindruck, den diese Angelegenheit auf das Berliner Schöffengericht machte, zeigt sich in der charakteristischen Begründung des Vorsitzenden, der mit den Worten fchlvß: „Was in den frühern Zeiten das Stilet that, wenn es galt, den Gegner banditenmäßig nmzubringen, das haben die Au- geklagteu dnrch ihre verleumderischen Beleidigungen gethan."

Dieser Ausgang des Prozesses hat aber überhaupt die öffentliche Meinung in große Erregung versetzt. Nach den im Brustton der Ueberzeugung vorgetragenen Anklagen des Abgeordneten Singer im Reichstage hatte sich nicht bloß in der größereu Masse, sondern auch in deu Kreisen des gebildeten Bürgertums die Meinung festgesetzt, daß es sich hier um das Schandstück eines ag'vnt xrovooawur handle, ersonnen, um harmlose und ehrliche Mcuscheu zn verderben. Das ganze Treiben der Sozialdemolratie trat in deu Hintergrund gegenüber dem Verhalten der Polizeiorgane. Ja es war kein Zweifel, daß die Genossen des Herrn Singer, welche demselben so schätzbares Material gegen den Schutzmann Jhring geliefert hatten, die volle und lautere Wahrheit gesagt hatten.