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Camoёns : Roman : (Fortsetzung) : zehntes Kapitel.
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Notizen.

ging von Cintra nach Lissabon zurück nnd durchmaß in wilder Uilrnhe bald seine Waffenplätze, bald seine Jagdgründc. Ihr aber, Fray Tcllez, nnd ich, wir wußte», was ihn hielt, ihn zögern ließ! Die flüchtige Begeisterung, welche mein Gedicht hie und da im Lande geweckt, verrauchte, an mein Ohr schlugen die Zoruruse, ja die Flüche derer, welche im Seezng nach Marokko Portugals Untergang sahen. Wüßtet Ihr, welche Qualen ich erlitteu, was es für Tage waren, an denen ich keinen Vorwand fand, der Gräfin Catarina meine Auf­wartung zu machen und doch den König vor ihrer Thür von seinem Roß springen sah, was für Nächte, wo ich um das Schloß von Cintrn kreiste, immer in der Furcht, ihm zn begegnen, von ihr kommend, zu ihr gehend! Stellt Euch vor, Tellez Almeida, daß Ihr um eines, Gott weiß welchen, aber um eines Euch heiligen Zweckes willen Enern Glauben gewechselt oder verleugnet hättet!

Seuhor Luis, das geht zu weit, Ihr frevelt wider Gott, indem Ihr mich beleidigt! unterbrach ihn der Jesuit.

Stellt Euch das vor, fuhr Camoens uucrschüttcrt fort, und stellt Euch dazu vor, daß Ihr bangen müßtet, es umsonst gethan zu habeu, und dann sagt mir, daß Ihr rnhig den Ausgang erwartet haben würdet. Die letzten Tage habe ich am stärksten gelitten, ich wähnte, der König müsse einen entscheidenden Schritt thu», und Donna Catnriua könne dem Rate und der Obhut ihrer mütterlichen Freundin trotzen. Und selbst heute, Fray Tellez, schleichen die Stunden. Aufatmen, klar sehen, klar fühlen werde ich erst wieder, wenn der König wirklich an Bord, wenn die Flotte hinweg ist! Wollte Gott, es wäre schon morgen um diese Stunde! (Fortsetzung folgt.)

Notizen.

Eine verborgene Quelle sozialistischer Ideen. Man fängt neuerdings an zu begreifen, daß, wenn auch des Menschen Gemüt bei der Geburt nicht die unbeschriebene Tafel" des Helvetius ist, doch bei Würdigung dessen, was der Mensch denkt und fühlt, dem bloßenUnterricht" bisher eine zu große, den tau­senderlei Einflüssen aber, die in Haus, Straße uud Gemeinde, iu Umgcmgstou, Umgebung nnd öffentlichen Erscheinungen, iu feststehenden Begriffen, allgemein Ge­wünschtem nnd allgemein Gehaßtem unaufhörlich auf den Menschen einströmen, eine viel zu geringe Bedeutung beigemesseu worden ist. Unendlich vieles, was be­deutungslos oder doch von geringer Erheblichkeit zn sein scheint, reflektirt sich gleichwohl in den geheimnisvollen Quell unsrer Gedaukcuwclt hiueiu uud kaun dort, sei es durch die Häufigkeit seiner Wiederkehr, oder sei es durch den Zu­sammenhang mit einer gewissen, von. einzelnen oder vielen verkannten Antvritüt, oder endlich durch die Wahlverwandtschaft mit gewissen, in uus lebendigen oder dnrch die Zeitverhältnisse in uns hineingetragenen Ideen, eine gewaltig gestaltende, nach Umständen auch umgestaltende oder zerstörende Kraft ausüben. Nichts in der