Line neue Riinstgcschichte des Mittelalters.
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Versammlung war — offenbar infolge dieses Programms — besser besucht als sonst. Da tritt Herr Professor Beyschlag, ehe noch die Hammcrsteinschen Anträge auf die Tagesordnung gesetzt sind, mit Gcgcnthesen heroor. Es nimmt uns billig Wunder, daß er die Initiative in dieser Angelegenheit, da er als vom Staate ohne Mitwirkung der Kirche angestellter Professor doch Partei war, nicht jemand anders überließ. War denn Gefahr im Verzug? Die schönen Versicherungen der Friedfertigkeit haben keine lange Dauer gehabt. Es gefiel dem Herrn Professor, die alte Kriegstrvmpcte zu blase», Nedeu zu halten und Thesen zu formuliren. Eine Debatte wurde in geschickter Weise unterdrückt, die Thesen zur Abstimmung gebracht und natürlich angeuvmmen. Es stimmten dreißig bis fünfzig dafür, zwei dagegen, während die anwesenden Hunderte sich der Abstimmung enthielten. Man kann dies entweder so auslegen, daß nur dreißig bis fünfzig Mitglieder der Partei anwesend waren, während die andern als Gäste teilnahmen, oder man muß annehmen, daß die Menge der Anwesenden, welche auf Grund eiuer den Frieden betonenden Einladung gekommen war, von dem Streite Beyschlag-Hammcrstcin nichts wissen wollte. In beiden Füllen reduzirt sich die Hallische Erklärung auf ein recht bescheidnes Gewicht.
Beides, der Antrag Hammerstein nnd die Abwehr aus Halle, sind charakteristische Zeichen von Bestrebungen innerhalb der evangelischen Kirche, die schwerlich den Nutzen haben werden, den man sich von ihnen verspricht. Die Kirche hat keinen Vorteil von kirchenpolitischen Feldzügcn; was sie braucht, ist treue stille Arbeit „vor Ort," das will sagen eines jeden in seinem Berufe uud an seiner Stelle. Die gemeinsamen kirchlichen Interessen zu vertreten, dazu ist doch die kirchliche Vertretung da.
(Line neue Kunstgeschichte des Mittelalters.
eit Schnaases monumentalen! Werk, dessen letzter Band in zweiter Auflage 1879 erschien, ist eine zusammenfassende Darstellung der mittelalterlichen Kunstgeschichte nicht versucht worden. Man empfand allgemein, daß die Arbeit Schnaases in gewissem Sinne einen abschließenden Charakter trage und ein weiterer Ausbau der mittelalterlichen Kunftfvrschuug zunächst nur auf den einzelnen Sondcr- gebieten möglich und notwendig sei. Die Einzelfvrschnng setzte daher ein, wo das Material, das Schnaase vorgelegen hatte, Lücken zeigte, und der lebhafte Aufschwung der kunstwissenschaftlichen Studien gab sich auch auf dem mittelalterlichen Forschungsgebiete bald in einer stattlichen Anzahl monographischer