Gladstones neues Manifest.
ladstone hat sich beeilt, seine Fahne für den herannahenden Wahl- fcldzug zu entfalten. Sein Manifest an die Wählerschaft von Midlothian liegt dem englischen Volke seit einer Woche vor. Es ist kurz, bewegt sich meist in Allgemeinheiten, redet aber eine entschlossene Sprache, Der Minister nennt die Frage, welche ihn nochmals vor seine Wähler führt, „die größte und zugleich die einfachste, die in dem letzten halben Jahrhundert dem Volke zur Beurteilung vorgelegen hat," nnd bittet sie pathetisch, ihm „ihre Gunst zuzuwenden in einem Alter, wo die Natur laut nach Nnhe verlangt." Dann erinnert er daran, daß er bei den letzten Wahlen seinen Wählern nnd der Nation die Wichtigkeit des irischen Problems ans Herz gelegt habe; deshalb habe er auch mit größter Aufmerksamkeit die Politik verfolgt, zu welcher sich Salisbnrhs Kabinct bekannt habe. Dieses Kabinet sei zwar schwach, aber hinsichtlich der Behandlung jener Frage vorteilhaft gestellt gewesen, da die Liberalen jeden weise» Lösungsversuch unterstützt haben würden. Im Januar aber habe die konservative Regierung den Weg einer Zwangspolitik eingeschlagen, und jetzt sei „die Stunde für ihn dagewesen." Er habe ein Ministerium auf der Basis eiuer „Antizwangspvlitik" gebildet, in welchem niemand von denen, die eine Stelle darin angenommen hätten, über die Absichten des Leiters im Unklaven gelassen worden wäre. Das ist aber nicht richtig dargestellt. Das Ministerium Salisbury fiel bei dem Cvlliugsschen Antrage, der sich nicht um die Union, sondern nm die Parole der Grundbesitzverteiler „Drei Acker und eine Kuh" drehte, und das Gladstonesche Kabinet wurde auf der Basis „Prüfung nnd Untersuchung" der irischen Frage gebildet. Endlich ist der Austritt Chamberlains und Trevelycms doch ein ziemlich schlagender Beweis dafür, daß von den Kollegen Gladftones anfangs niemand Grenzbvtim II. 1886. 75