Gladstone in Not.
cnn nicht alles trügt, ist Gladstone jetzt selbst überzeugt, daß er mit seinen irischen Plänen im Unterhanse ans keine Mehrheit mehr zu hoffen hat. und denkt infolgedessen nn Anflösnng des letzteren und Berufung an die Meinung und den Willen des Volkes. Er hat, wie er jetzt einschen muß, die Stärke des Widerwillens der englischen Liberalen gegen jede Zerreißung der Union mit Irland unterschätzt und zuviel auf die Anziehnugskraft gegeben, die feine Projette für die Partei darin hatten, daß sie das Haus der Gemciuen von der Anwesenheit der Homeruler befreien und den englischen Gutsbesitzern in Irland eine gute Abfindung für ihr Grundeigentum verschaffen sollten. Die Erörterung seiues Gedankens in der Presse und im Parlamente muß ihm gezeigt haben daß er sich eine viel schwierigere Aufgabe gestellt hat, als er aufangs meinte, und wenn er nunmehr wissen muß. daß eine zweite Lesuug seiner beiden Gesetzentwürfe nur dann durchzusetzen sein würde, wenn er in letzter Stuude auf Chamberlciins Forderung einginge und die irischen Parlamentsmitglieder in ihrer jetzigen Zahl für immer in St. Stcphcns belassen zn wollen erklärte, so kann er dieser Erkenntnis nicht wohl Folge geben, da dies ein gar zu starker Umschwung sein würde und er dabei schwerlich auf die Zustimmung Parnells und seiner Anhänger zu rcchucu hätte. Er hat seine Vorschläge in erster Linie als Parteihaupt gemacht, und er bereitet sich jetzt auf die nahe Ablehnung der zweiten Lesung derselbe» iu der Ueberzeugung vor, daß, gesetzt selbst den unwahrscheinlichen Fall, sie würden im Prinzip annähernd gut geheißen, neue und kräftigere Augriffe in der Kommission sie vollständig umgestalteu würden, und daß die Session mit einem gänzlichen Zerfall der liberalen Partei endigen würde. Es scheint ihm daher nur der Ausweg eiuer Befragung der Wählerschaft des Landes übrig zu bleiben. Allerdings hätte diese Maßregel ihr Bedenkliches: die liberale Partei ist erschüttert, ihr Zusammenhalt gelockert, und „Abtrennung von Irland" wäre, wie geschickt man mich die Sache verhüllen möchte, gewiß keine glückverheißende Parole für eine Wahlkampagne. Zwar glaubt Gladstone ohne Zweifel, daß die Mehrheit der Wähler für ihu sei, und daß sein Ansehen, sein Eifer und seine Beredsamkeit ihn an der Spitze einer Majorität für die Abtrennnng Irlands nach Westmiuster zurückführen und zum unbeschränkten Herrn der Lage machen würden. Indes könnte diese Hoffnung trügen, auch könnten gewisse Betrachtungen, welche den Weg ciuer Auflösung des ungefügigen Unterhauses widerrate», den Premierminister noch im letzten Augenblicke bestimmen, sich auders zu entschließen, vom Amte zurückzutreten und dcmn abzuwarten, welchen Lauf die Diuge daraufhin