(Lamoens.
Roman von Adolf Stern.
(Fortsetzung,)
o War es ihm eine unwillkommene Kunde, daß der rüstig an seiner Seite schreitende Waldhüter, als sie etwa noch eine Wegstunde bis zu dem Kloster zurückzulegeu hatten, mit scharfen Augen ein Gefährt erspähte, das auf der Straße von Flores daherkam und offenbar in ihre Straße einlenken wollte. Der Versuchung, sein Pferd in Trab zu setzen, widerstand Herr Luis im Hinblick auf seinen Führer. Doch mit umso größerm Unmute sah er die Entfernung zwischen dem heranrollenden, mit zwei Maultieren bespannten Wagen und sich selbst immer kleiner werden. Der Waldhüter blickte fortgesetzt uach dem Fuhrwerke zurück und rief nach einigen Minuten: Es ist Nodriguiz, der Klosterschaffncr von Flores, der die Maultiere lenkt, Scnhor, und ein Priester der Gesellschaft Jesu sitzt im Korbe des Wagens. Unwillkürlich lenkte Camoens sein Pferd nach rechts, zum äußersten Rande der Straße, in der Meinung, den Wagen vorüberfahrcn zu lassen. Doch in demselben Augenblicke hörte er sich bei seinem Namen angerufen, und es war noch hell genug, daß er Fray Tellez Almeida, den Kaplcm des Königs, so gut erkennen tvuutc, wie dieser den Reiter schon seit längerer Zeit erkannt hatte. Nun galt kein Zögern mehr, Camoens erwiederte den Gruß des jungen Priesters, ritt an den Wagen hinan nnd sprach seiu Erstaunen aus, Tellez auf diesem einsamen Wege zu begegnen.
Eine Verwandte unter den Schwestern von Santa Eufemia, die plötzlich erkrankt ist, hat mich ans meinen Pönitenzen abrufen lassen, sagte ruhig der Kaplcm. Ich bin vor längerer Zeit mit dem Könige nach Flores gegangen und habe seit drei Wochen dort der verheißenen Wiederkunft Dom Sebastians geharrt — leider umsonst. Kommt Ihr vom Hofe, Senhvr Luis, und wißt Ihr Näheres von unserm junge» Gebieter?