Literatur.
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Berichtigung. Die in meinem Aufsätze über „Das Malerische in der Plastik" enthaltene Bemerkung hinsichtlich der Licht- nud Schattenwirknngcu in den Ghiber- tischen Reliefs am Ostportal des Florentiner Bnptisteriums bedarf insofern einer Berichtigung, als ein paar Vorderfigureu dieser Reliefs beinahe freistehen, svdaß sie allerdings anch unter gewissen Verhältnissen der natürlichen Beleuchtung einen Schlagschatten auf deu Hintergrund werfen können, y. x.
Literatur.
Menschen- und Rölkeruameu. Etymologische Streisziige aus dem Gebiete der Eigen »amen. Von Rudolf Kleinpaul. Leipzig, Karl Reißuer, 1885.
Um eine richtige Vorstellung von diesem interessanten Bnche zn geben, müßte man die Vorrede vollständig hier abdrucken. Nicht Forschungcu will der Verfasser gebeu, welche sich nur nn das Buchstäbliche uud Lautliche klammern, nur vou Wurzelig nud Wurtstämmen nnd längst veralteten Namen handeln. Sein Buch soll auch keiue Naritäteusannnlnng seiu, es soll vielmehr gerade die bekauutcsteu und alltäglichsten Namen ins Auge fassen. Die Gesetze aufzustellen, nach deueu die Namen nicht eines einzelnen Volkes, sondern in allen Ländern der Erde und zu allen Zeiten gebildet worden sind, ihr erstes Aufgehen, ihr Anwachsen, ihr allmähliches Absterben mit der Fackel einer allgemeinen Linguistik zn beleuchten, das erklärt Kleinpaul sür seiu Ziel. Es gelte einmal das Gemeinsame in der Entwicklung der Menschheit zu betonen und dnrcmf hinzuweisen, daß nicht jedes Volk seinen eignen Namen hat, daß die Prinzipien der Namenbildung bei Griechen und Römern, Slawen und Germanen dieselbe» sind. Der Verfasser ordnet demnach die Namen der Völker und Menschen aus allen möglichen Ländern, worunter Deutschland natürlich in erster Liuie steht, uach Materien, leitet sie aus Prinzipien ab uud analysirt sie vom kulturgeschichtlichen Standpunkte, er giebt uns so „eine Art natürliches System der Eigennamen." Jeder Name wird auf Grund seiner Bedeutung in eine bestimmte Kategorie eingestellt. Die Mannesnamen z. B. zerfallen in die Gruppen, welche nach allgemeinen Eigenschaften der Person, nach einzelnen Abnormitäten, nach Kleidungsstücken und Waffen, nach Eigenschaften des Charakters, nach der Beschäftigung uud schließlich nach der Heimat und dein Wohnsitz gebildet sind. Diese zählt uns Klcinpcml aber nicht in langen Reihen trocken auf, sondern er weiß sie in amnntiger Form der Darstellung miteinander in Zusammenhang zu setze». Unbedingte Voraussetzung bei den: Werke ist, daß des Verfassers Ansicht über die Bedeutuug und den Ursprung des einzelnen Namens richtig geweseu ist, und allerdings kann er, ein Schüler von Georg Cnrtius, verlangen, daß man ihm die. Etymologien, welche nach den eingehendsten Forschungen und unter Benutzung der besten Gewährsmänner aufgestellt siud, glaube. Absolute Vollständigkeit in deu Beispiele» hat der Verfasser nicht erstrebt, er wollte kein Namenbuch geben. „Die Stärke liegt mehr in der Theorie und in der vielseitigen Beleuchtung einzelner Namen, die besonders typisch sind." Kein wichtiges Prinzip in der Namenbildnng sollte übergangen werden, für jeden Menschen- oder Volksnamen soll sich das Fach finden, in welches er gehört. Eiue Fortsetzung wird, wenn diese Studien den wohlverdienten Beifall finde», die Länder-, Städte-, Berg- und Flnßnamen in ihren Bereich ziehen.