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Auf dem Stilfser Joch :
(Fortsetzung.)
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Auf dem ^tilfser Joch.

von Adam von Festonberg.

(Fortsetzung.)

Zehntes Rapitel.

Harald war in Heller Verzweiflung; er setzte sich, in seiner Woh- I mmg angekommen, an den Schreibtisch und schrieb Vroni einen Brief, in dem er ihr alle seine Liebe und seine Sorgen offen gestand. Er bat sie, einen Blick auf die Gegensätze zu werfen, wie sie sich in dem Schauspieler auf der Bühne und im Leben zeigten, auf die Leichtigkeit, mit der Übermut und Ausgelassenheit an die Stelle des Ernsten und Erhabnen träten. Er verhehlte ihr seine Befürchtung nicht, daß ihr empfängliches Gemüt Schaden dabei nehmen könnte, und daß dann auch sein eignes Leben, welches er ohne Liebe zu ihr sich nicht denken könne, für immer zu gründe gerichtet fei. Er bat sie, sich ihm offen zu er­klären, da er vor einer Antwort nie wieder in ihr Haus kommen wolle.

Diese Antwort traf nicht ein. Dagegen stand am nächsten Tage die un­widerruflich letzte Vorstellung der srcmdeu Gäste in den Zeitungen und an den Anschlagsäulen angezeigt. Harald atmete wieder freier auf; er hoffte daß mit der Abreise Lenormants Vroni wieder zu sich selbst zurückkehren und, von dem Ernst der Lage durchdrungen, ihm Gehör schenken würde Aber er war den ganzen Tag über voll Unrnhe und am Abend vor Schluß der Aufführung instinktiv vor das Theater geeilt, ohne freilich sich selbst einen Gruud dafür klar zu machen; er stand zerstreut und in sich versunken, als die lärmende Menge, noch ganz unter dem Eindrucke des Gesehenen, ins Freie stürzte.

Harald schämte sich vor sich selbst, daß er sich so wenig habe bemeistern können; er hatte Vroni unter den Heransgekommenen nicht erblickt und war froh, daß er von ihr nicht bei seiner Eifersucht ertappt worden war. Inzwischen hatte sich das Haus geleert, auch Harald verließ seinen Platz und wandte sich