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Zur Frage der Arbeiterwohnungen.
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Zur Frage der Arbeiterwohnungen.

ei Verbesserung der Wohnungen der arbeitenden Klassen im weitesten Sinne des Wortes, welche in Dentschland zwar öfter angeregt, aber bisher nur mit verhältnismäßig geringem Erfolge in Angriff genommen worden ist, wird in neuester Zeit nicht nur eifriger theoretisch erwogen, sondern auch mit größerer Energie durchzuführen gesucht. So hat derVerein für Sozialpolitik" dieArbeiter- wohuuugsfrage" auf die Tagesordnung seiner nächsten Sitzung gesetzt und läßt einstweilen von deu verschiedensten Seiten im Auslande und Jnlcmde Material zusammentragen, welches in denSchriften des Vereins" verarbeitet werden soll. Die Veröffentlichung eines Teiles dieser Arbeiten über Gesetzgebung, über die praktischen Bestrebungen und Erfolge auf diesem Gebiete u. s, w. wird vermutlich noch vor Ablauf dieses Jahres geschehen.

Mit nicht geringerer Genugthuung begrüßen wir das neueste Vorgehen einer Anzahl von Männern, an deren Spitze der rührige und unternehmende Pastor von Bvdelschwingh in Bielefeld steht. Diese haben einenVerein zur Be­schaffung eigner Wohnungen mit Grundbesitz für die deutschen Fabrikarbeiter," genanntArbeiterheim," gegründet und vor kurzem einen schwungvollen Aufruf zur Teilnahme an den Bestrebungen des Vereins und die Statuten desselben veröffentlicht. Der Juhalt der Statuten ist kurz zusammengefaßt folgender.

Ziel des Vereins ist:Dem deutsche» Fabrikarbeiter ein eignes Haus auf eigner Scholle zu beschaffen." Die Mittel dazu sind: 1. Begründung einer ZeitschriftArbeiterheim," in welcher alle Erfahrnngen gesammelt und allgemein dienstbar gemacht werden sollen. 2. Einwirkung ans die Arbeitgeber, seien es Private oder Staat und Gemeinden, um sie zur Herstellung von Wohnungen für ihre Arbeiter zu bewegen. Einwirkung auf die Gesetzgebung besonders in der Richtung, daß diese bei Anlegung von Fabriken Sorge für ausreichende und gesunde Arbeiterwvhnnngen zur Bedingung macht. 4. Die Errichtung von Arbeiterwohuungen soll durch Lokalvereine, welche in Gestalt von Aktiengesell­schaften in ganz Deutschland ins Leben zu rufe« sind, durchgeführt werden. Diese Lotalvereine sollen zunächst iu Fabrikgegenden mit reichlicher Arbeitsgelegenheit leine, jedoch an Raum verschiedne Häuser oder auch sogenannte Doppclhäuser bauen, welche mit etwa einem halben Morgen Gartenland an eine ordentliche Familie vermietet werden sollen. Aftervermictung ist nnr ausnahmsweise kleinen Familien gestattet. Außer der Miete hat der Arbeiter jährlich eine Amortisationsquvte zn zahlen und wird nach Zahlung der Hälfte des Anlage­kapitals Eigentümer des Hauses. Der Nest des Kapitals wird ebenfalls quoten-