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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben : 11. Die Pfarrwahl.
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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben.

11. Die Pfarrwahl.

usch-Fritze und seiu Nachbar der Fenchel-Andres schauten, wie sie jeden Morgen zu thnn pflegten, über ihre beiderseitigen Gartcnzciune über die Dorfgasse hinweg. Daß sie je zn einanderGuten Morgen" gesagt hätten, ist historisch nicht beglaubigt, dagegen ist ansgemacht, daß sie beide jeden Morgen die Tagesncuigkeiteu, einschließlich des Wetters, xar äiswnvo verhandelten. Den Anfang machte jedesmal Rufch, und so auch heute:

Er hat sich fortgemacht."

He?" Fenchel-Andres war zwar nicht harthörig, es bedürfte aber immer einer gewissen Zeit, ehe sich der Klang in seinem Ohre zu einem Begriffe gestaltete. Der alte Herr hat sich fortgemacht."

Fenchel-Andres folgte mit den Angen der Nichtnng, in der Rusch mit dem Daumen über die Schulter wies, sah das offne Feuster im Pfarrhnusgiebel, das lange verschlossen gcwcseu war, und begriff, daß der Herr Pastor gestorben sein müsse.

Ein schönes Alter."

He?"

Er ist doch gut und gerne seine dreißig Jahre hier gewesen." Dreißig Jahre ist er ganz gewiß hier gewesen."

Und was sein Sohn ist, der Rotkopf, Emil, der hat schon derbe Kinder, lleberhaupt die Kinder sind ja soweit versorgt. Na, und die Fran Pastorn wirds anch nicht mehr lauge machen." Pause,'s ist mir nur um die Pacht."

Ja, es ist uns nur um die Pacht."

Das muß man sagen, gut war der alte Herr, und gedrückt hat er niemals einen oder gar verklagt, wie der Schmalendorfcr Pastor." Wir werden ja sehen."

Am Abend war die Bauernschaft in der Schenke versammelt, rauchte Tabak, trank Bier und sprach von allem Möglichen, nnr nicht von dem, was allen ans der Znnge lag. Denn so ein wichtiges Thema zu berühren, ist eine Sache, die viel Vorsicht braucht, und es ist immer gut, in der Hinterhand zu bleiben uud ab­zuwarten, was die andern sagen. Da ging draußen am Fenster ein schwarzgeklei­deter Herr vorüber und trat in der Nebeustnbe ein.

Das ist ja Wohl der Rebwitzer Pastor," sagte einer.

Ja, das ist er. Der kommt doch bloß wiegen der Abendorfer Stelle."

Der hätte auch warten können, bis sie den Herrn Pastor unter die Erde hatten."

Nu, warum dcnu? Wcun du einen Acker kaufeu willst, läßt du dir einen andern auch uicht vorkommen."

Aber so ein Mann sollte doch nicht so happig sein." Ach was, Geschäft ist Geschäft."

Nuumehr erschien derHerr" Schulze; das war so ein Halbgeschvrner, von der Art, die man in Niederdeutschlcmd messingisch nennt.