Großbulgarien.
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daran hat, will ich garnicht zu sprechen kommen. Es ist ein zu weitläufiges, zu leidiges Kapitel. Wenn wir heutzutage nicht mehr weit von den Zuständen vor der Reformation entfernt sind, wo die Frau, zwischen deu Extremen eines verhätschelte,? Schoßkindes nud einer sklavischen Dirne hin- und hergeworfcn, nur soweit ernst genommen wurde, als sie deu Interessen der Spekulation diente, so haben wir es vornehmlich dem sozialen Einflüsse dieser Ärzte zu danken. Es ist so leicht, sich über die Weiber hinwegzusetzen, sie zu verachten oder wie jener Verfasser populärer Paradoxen (Pardon! er sagt „Paradoxe") zu behaupten, sie seien alle ganz gleich. Schwerer ist es, sie mit sich zu erheben und sie auf jeuer Höhe zu erhalten, auf der sie die Priesterinnen, die Hiite- rinnen des schon erworbenen Hortes jeder Kultur werden. Ja, lächelt nur weiter, ihr Privilegium Maschinenwärter der heutigen Kultur, jedes Zeitalter hat die Fraueu, die es verdient.
Doch genug. Er hat vielleicht schon zu lange geschwätzt, der linulator temi- poris g-oti. Die Fortschritte der Physiologie, der Hygieine, der Kanalisation, des rationalen Dunges uud wie die Fortschritte alle heißen mögen, sind am Ende wichtiger. Ich glaube es wohl. Schreitet also nur fort mit den berufenen Riesenschritten in das Reich eurer Zukunft, wo die „Kruppsche Kanone uud der Dampfwagen nur noch poetisches Rüstzeug sein werden, wie jetzt die Ritterrüstung und die Burgruine" und „der Bacillns eine Metapher wie die Flügel des Gesanges." Erlaubt mir uur froh zu sein, daß ich in „eurer Zukunft" uicht zu lebe» brauche; macht ihr einem doch schon die Gegenwart mitunter unbehaglich genug!
Großbulgarien.
ie ersten Tage der vergangnen Woche brachten uns eine Kunde, die wie ein Überfall berührte. Eine unblutige Revolution gleich der, welche 1866 in Bukarest der Herrschaft des Numäuiers Cnsa übernacht ein Ende machte, vielleicht dürfen wir auch sagen ein Staatsstreich, beseitigte, wem, die Dinge sich in der bisherige» Richtung weiter entwickeln, eine wesentliche Bestimmung des Werkes der Berliner Konferenz von 1878 nnd ließ damit einen der vielen Köpfe, welche die alte Schlange der orientalischen Frage hat, von neuem wachsen. Wir meinen die Ereignisse, die sich am 18. September in Philippopcl abspielte». Offenbar von lauger Hand hinter den Kulissen vorbereitet und geschickt geleitet, vollzogeil Grenzboten IV. 133S. 6