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Notiz.
Nur eine hvhe Mauer trennt den Garten des Franziskanerklosters von dem der Augustinerinnen. Es soll Zeiten gegeben haben — unter Viueenzo des Ersten vergnüglichem Regiment —, wo in dieser Mauer einige Steine fehlten, svdaß wohl hin und wieder eine Augustinerin einem Franziskaner die Hand gedrückt habeu mag. Seit vielen Jahrzehnten aber ist das Ephengcwebe auf beiden Seiten so dicht, daß kein Stein mehr von der Stelle gerückt werden kann. Und so sitzen, ohne daß sie aneinander denken oder auch nur ahnen, daß sie einander nahe sind, drüben der blinde Greis Gervasio im Gespräch mit dem ihm freundlich zugethanen Prior, und hüben die greise Domina, allein, mutterseelenallein, aber in der Gesellschaft guter tröstlicher Gedanken. Denn während der Blinde, von dem Getöse des Mühlendammes erlöst, mit dankbarem Ohre den gescheiten Worten des Priors lanscht und dabei in vollen Zügen die Frische des Märzmorgens und den Duft von blühenden Orangen- uud Citronenbäumen, den Lieblingspfleglingen des Priors, einatmet, hat die Domina, im Schatten der immergrünen Eichen sitzend, ihr Gebetbuch in deu Schoß gelegt und ihre Blicke in die Ferne schweifen lassen, wo wie eine ?s.ts. rnorMUA schneebedeckte Gebirge in der Luft schwimmen. Näher und deutlicher und mit jüngeren Augen hat sie diese ewigen Grenzhüter einst von Verona aus gesehen. Und bei dem Gedanken will ihr anfangs weh ums Herz werden, denn jene alten traurigen Worte zittern einmal wieder durch ihre Seele, jene Worte, welche ihr Giuseppe ausgestvßen haben sollte, als — ollimv! — Marcello Buvnaeolsis Degen ihn durchbohrte, die Worte: Hülln» annu'o Lvorä»rs Äel xrinoipio äolvv — ein bittres Ende tilgt die Erinnerung an einen süßen Anfang.
Thränen wollen ihren Augen entstürzen; aber nein, sie will nicht kleinmütig, sie will nicht undankbar sein, sie will nicht daran glauben, daß Giuseppe, wenn sich in dem Zusammenbrechen seiner jungen Kräfte auch der Beginn jener Klage, das Wort vou dem bittern Ende, das alle, auch die süßeste Erinnerung verbittert, auf seine Lippen drängte, sie will uicht daran glauben, daß je seinem Gedächtnis die Wonne, geliebt zu haben, geliebt worden zu sein, habe entschwinden können. Und so heißt es denn von nun an in ihrem Sinne: Kein noch so bittres Ende vermag die Erinnerung an einen süßen Anfang zu tilgen.
Notiz,
Gemischte Ehen. Ein genau unterrichteter Freund teilt uns folgende Thatsache mit: Ein katholischer Offizier begehrte für seine Verehelichung mit seiner evangelischen Braut den Segen des evangelischen Seelsorgers. Unaufgefordert giebt er die Erklärung ab, daß die etwaigen Kinder in dem Bekenntnis ihrer Mutter erzogen werden sollen. Nachdem er als Beamter in seine römisch-katholische Heimat zurückgekehrt ist, üben daselbst seine Umgebung und seine Familie ihren Einfluß