Halisbury und der Mahdi.
ie der neue englische Premier in dem Programm erklärte, welches er neulich dem Hause der Lords vortrug, zerfällt die Aufgabe, welche der Toryregierung in Ägypten gestellt ist, in drei Teile, einen militärischen, einen finanziellen uud einen politischen. Im folgenden betrachten wir den ersten, welcher die Frage einschließt, die gegenwärtig am dringendsten nach Losung verlangt. Sie lautet: Wie wird Salisbury sich dem Mahdi gegenüber Verhalten, den die Unentschlossenheit und Inkonsequenz seines Vorgängers in der Leitung der englischen Politik im Nillande siegen ließ? Mit andern Worten: Was soll mit dem Sudan geschehen, welchen Wolseleys Truppen — weniger vor dem Propheten und seinen Derwischen als vor der afrikanischen Glutsonne — gerünmt haben? Es war eine schwere Unterlassungssünde, daß der britische Feldherr diese natürliche Bundesgenossin der Sudanesen nicht von Anfang an in die Berechnung seiner Operationen und der von ihm zu bekämpfenden Mächte aufgenommen hatte, und es war in seinen Folgen ein nicht minder schweres Unrecht gegen die Bevölkerung dieser Gegenden, soweit sie Partei für England ergriffen hatte und nun kaltblütig verlassen und geopfert wurde. Seht, so unüberlegt verfahren diese angeblichen Schirmherren, so wenig vermögen sie, und so behandeln sie ihre Freunde! So klagte man am Nil, und so wiederhallte es am Indus und in den Bergen der Afghanen, wo man mit Lumsden und seiner Eskorte Erfahrungen gemacht hatte, welche das Ansehen der Briten auch nicht erhöhen konnten. Es mußte indes geschehen, äira inzossMas gebot, man gehorchte ihr, nnd es fragt sich jetzt nur, ob ein Teil des Verlustes sich Wiedereindringen läßt. Was ist darauf zu antworten?
Die liberale Regierung, die vor kurzem zurücktrat, hatte sich genötigt gesehen, die gegen Chartum entsandte und zu spät gekommene Expedition zur Rettung Gordons sich rückwärts konzentriren zu lassen, von Korti nach Merawi, und von da nach Dongvla. Dann erhielten die Truppen Wolseleys den Befehl, auch letztere Stellung zu räumen, weiter nilabwärts zu gehen und nicht eher Halt zu machen, bis sie weit nördlich von Dongola, wo nicht in Wady Halfa selbst, also nicht fern von der Grenze zwischen Ägypten und Nubien, eingetroffen wären. Die Operation ging vergleichsweise langsam von statten, nicht nur weil man dabei ungeheure Strecken zurückzulegen hatte, sondern auch weil die Führer der Truppen angewiesen waren, die mitgebrachten und ihnen später monatelang