Beitrag 
Um eine Perle : Roman :
(Fortsetzung.)
Seite
532
Einzelbild herunterladen
 

Um eine perle.

Roman von Robert IValdmüller (Gd. Dnboc).

(Fortsetzung.)

nd doch wollte Fioritas freudige Erregung nicht nachlassen, und doch blieb sie ans den Knieen. Sie gedachte der Worte der heiligen Agatha: Du sahest oft Engel ans Erden, ohne es zu ahnen. Sie dienen, gleichviel wie und wann, den Zwecken der höchsten Liebe. Und es war ihr, als thue sie dem armen Blinden Unrecht, wenn sie ihn für zu irdisch halte, um deu Zwecken der höchsten Liebe dienen zu dürfen. Und es war ihr nicht minder, als sei von ihm und seinem geduldigen Ausharren durch die Worte seiner Mutter etwas Tröstliches, Stärkendes, Heiligendes ans sie selbst übergegangen, und sie hatte ein Gefühl, als liege das Schwerste mit jenem schriftlichen Widerrufe hinter ihr, und als werde der Bogen ihrer Kraft nicht bis zum Zerbrechen gespannt werden.

Mit festerem Schritte als seit manchem Tage, weun auch tvtmüde, legte sie den Weg nach dem düstern Palazzo Passerino zurück, und Enfemia, welche besorgten Blickes mit der Laterne an dem kleinen Pförtchen harrte, machte beim Anblick der von eigentümlicher Klarheit überstrahlten Miene ihrer Herrin große Augen.

Sie hatte eine Menge Trostgründe den Tag über zusammengesucht, mit deuen sie ihrer armen Herrin das Herz zu erleichtern willens gewesen war, aber diese, noch unter dem berückenden Bann ihrer heutigen wechselvollen Er­lebnisse stehend, lehnte mit sanftem Worte jedes Gespräch ab, nnd mit besorgtem Kopfschüttcln leuchtete Eufemia der für ihr Pvsteuslehen ihr gütig Dankenden treppcm.

D un Mirg.ov1o! sagte in der Mühle des heiligen Petrns die Matrone zu ihrem Sohne, als beide sich in langem Zwiegespräche über die geheimnisvoll erschienene und vcrschwuudene Fremde den Kopf genug zerbrochen hatten,