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Reisebriefe aus Italien vom Jahre 1882 : aus dem Nachlasse.
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Gute Leute - schlechte Musikanten.

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Schablonenmäßigkeit der romanischen Figuren überwand. Er hat zuweilen einfach antike Figuren iu seine Kompositionen herübergenvmmen. Die Innigkeit der Empfindung fügten dann Söhne und Enkel wieder hinzu. Ein Echo, das wie eiue Orgel wirkt.

Das Baptisteriuin mit köstlichen Bronzethnren von Gianbologna und seinen Schülern geschmückt. Lebendig. Reizvoll. Die Bordüren ans realistischen, höchst geschmackvoll arrangirten Fruchtschnüren von Limoneu, Feige», bohuenartigen Früchten u. s. >v. gebildet.

Iu der Akademie der schönen Künste eine kleine Gemäldesammlung mit alten Italienern. Höchst interessant ein Karton Benozzo Gozzolis zur Königin von Saba im Camvosanto.

Nicht weit davon die uralte Universität, mit einfacherem, anspruchsloserem Säulennmgang im Hofe. Auf diesen Umgang münden die Auditorien. Es schienen aber Ferieu zu sein, alles tot nnd still.

Des schiefen Turmes, des Cmnvanile zum Dom, habe ich uvch zu gedenken. Acht Geschosse mit Sttnlenstellnngcn übereinander, von weißestem Marmor. Ich wollte hinauf, wurde aber nicht zugelassen, weil immer drei Personen zusammen sein müssen; ans welchem Grunde, blieb mir verborgen. Die Neigung des Banes ist ganz beängstigend, oben beträgt die Abweichung 4,3 Meter. Die Erklärung, der Bau habe sich, als man im dritten Stock gewesen, gesenkt, man habe aber weiter gebaut nnd von Stock zn Stock das Uebcrgewicht zurückgeschoben (durch all­mähliche Auskragung des Kerns auf die entgegengesetzte Seite), dürfte die richtige sein, denn das, man von Anfang an schief gebaut haben sollte, läßt sich nicht denken, da die Wirkung keine schöne ist und sein kann.

(Fortsetzung folgt.)

Gute Leute — schlechte Musikanten.

chvn einmal haben wir unter dieser Überschrift auf den peinliche» Widerspruch, der nur allzuoft zwischen idealen Vorsätzen und stümperhaften Leistungen, einem edelu Wollen nnd einem kläg­lichen Können klafft, bedauernd hingewiesen. Pfuscherei und Trivialität bleiben, was sie sind, auch wenn sie mit den er­habensten Stoffen und unzweifelhaft guten Intentionen perknüpft erscheinen. Dies ist eine Wahrheit, die namentlich konservative Kreise nur zu oft aus den Augen lassen uud die von Zeit zu Zeit scharf betout werden muß. Heines hohlwolle Bezeichnung des Tanzbären Atta Troll: „Kein Talent — doch ein Charakter!" traf unmittelbar und zunächst nur die liberale Tendenzliteratur der vierziger Jahre, welche die armseligsten Dichtungen uud Schauspiele, sofern sie „gesinnungs­tüchtig" waren, gelten ließ, ja rühmte. Allein die Satire leidet Anwendung auf