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Neue Erzählungen von K. E. Franzos.
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Reise nach dem Schicksal" der Vertraute (des ältere» französischen Dramas) eine überaus wichtige Rolle. Franzos hat obendrein in schlauer Weise diese letztere Geschichte demRealisten" Tarbcscu in den Mnnd gelegt und so von dem Standpunkte eines ganz bestimmten Charakters ans die Sache dargestellt, die Dissonanz aber hat er dadurch doch nicht verdeckt. Ein künstlerischer Realist ist Frauzos keineswegs. Seine Gestalten sowohl wie seine Fabeln sind viel zn sehr konstruirt, sein Geist viel zu spekulativ angelegt, als daß man ihn zu den realistischen, aus der unmittelbar gegenwärtigen Fülle des Lebens schöpfenden Dichtern zählen dürfte.

Innsbruck. M. Neck er.

Fromme Wünsche in akademischen Angelegenheiten.

inverstcmden: die Pietät ist eine Tugend, die ihren Besitzer ziert und ehrt. Wiederum einverstanden: sie haben ihre großen Ver­dienste, unsre Universitäten nnd Fakultäten; wer wollte das be- streiten, ja wer hielte das noch des Hervorhebens und Betonens für bedürftig? Und zum drittcnmale einverstanden: auch die akademische Freiheit und Selbständigkeit hat ihren Wert und gewisse Seiten, nach denen sie berechtigt erscheint. Aber ebenso sicher ist, daß die Gerechtigkeit und Billigkeit gleichermaßen Tugenden sind, welche den Menschen gut zn Ge­sichte stehen, daß die Pietät nicht an schwachen Angen leiden darf, die nur die hellsten Stellen au ihrem Gegenstände sehen nnd nicht auch die dunkeln gewahr werden, daß ferner einige Züge in der Physiognomie unsrer Hochschulen, wenn sie beseitigt würden, ihrer Schönheit keineswegs Eintrag thun, vielmehr dieselbe wesentlich erhöhen würden, und daß namentlich die akademische Freiheit und Unabhängigkeit selbst in der beschränkten Gestalt, in der sie aus dem Mittel­alter in unsre Zeit hereinragt, ohne Schaden weiter gekürzt werden könnte, da sie Zustäude herbeigeführt hat, welche sie in mehr als einer Beziehung als ihr Gegenteil, als Knechtschaft und Abhängigkeit der jüngeren Dozenten von den älteren, vorzüglich von den großen Lichtern, die wie Gebieter in den Fakultäten schalten und verfügen, erscheinen läßt. Wir haben Fakultäten, in denen ein egoistischer Zünftlergeist regiert, Prvfesforenpäpfte, welche auf Berufungen und Beförderungen nicht bloß an einer Universität, sondern an mehreren zugleich unerfreulichen, unbilligen und für die Wissenschaft schädlichen Einfluß üben. Wir