Um eine Perle.
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in zu hvhem Grade ergeben, als daß er die Prophezeiung des Mönchs von Breseia zu vereiteln geeignet gewesen wäre," eine Vermutung, welche sich als richtig bestätigt hat. Einen auf so zweifelhaftem Grunde sich mühsam behauptenden Thron erschüttern zu wollen, war nach alledcm kein durchaus vermessenes Unterfangen gewesen, und wenn es mit Hilfe einer jener Machte gelungen wäre, so konnte Giuseppe Gouzciga, vbschon kein erbfolgcberechtigter Sproß, die alten innern Mantuaner Parteizerwürfnisse durch seine Vermählung mit der letzten Bnonaeolsi wohl iu Harmonie aufzulösen hoffen.
Mit Ambrogio Pellegriui, einem Manne, der Giuseppe Gonzagas natürliche Gaben längst für hochfliegende Pläne in Thätigkeit hatte setzen wollen, war er eben über die ersten Schritte einig geworden, welche den Kampf gegen die Mcm- tuaner Vettern einleiten sollten, als die Anhänglichkeit oder — wie man will — die Berändernngsschen Beppos zu jenem zwischen Sturm nnd Sonnenschein schwankenden Auftritte führte, dessen weitere Entwicklung sich nnn leicht voraussehen ließ.
In der That war in Beppos Gesellschaft Giuseppe Gonzaga, sobald beide im Sattel saßen, zwar keineswegs wicder der leichtfertige Thor von ehemals, aber weit aussehende Unternehmnngen, zn denen auch der Ehrgeiz Vvrspaun leisten mußte, erschienen doch auf einmal in einer absonderlich künstlichen Beleuchtung, uud zwar ohne daß Beppo ein Wort zu reden brauchte, das auf diese Wirkung abzielte. Der Diener Ginseppes hatte einfach für alles derartige lein Organ, uud der Herr, so weuig er während des ganzen Rittes die Nähe des ihm fast ebenso unleidlichen wie unentbehrlichen Vertrauten zu bemerken snchte, sühlte doch die Unmöglichkeit, neben Beppo an etwas andres als au eine Entführung Fioritas zu denken.
Wie eine solche zn veranstalten war, diese Frage wurde denn auch endlich auf der zweiten Hälfte des Weges zwischen Herr und Diener ohne Umschweife besprochen. Beppo hatte mit der Verabredung wegen der Abendandachten in der Kirche San Stefano nach seiner Gewohnheit lange hinterm Berge gehalten. Zuletzt ließ er merken, er glaube vou Madonua Eufemia etwas derartiges verstanden zu haben. Er war sehr vorsichtig geworden nnd hätte sich gehütet, seinen Herrn glauben zu machen, mit der Bekehrung Beppos zur Ehrbarkeit und Wohlanständigkeit sei es ihm nicht Ernst gewesen.
Im Sternenschimmer langten die beiden Reiter in Mcmtua an; Giuseppe Gouzciga tief verstimmt, unfähig des Gefühles froh zu werden, daß er mit der Geliebten in der nämlichen Stadt weile; unbehaglich mich Beppo, denn ihn plagte der Durst, und er fürchtete sich vor den Verführnngskünsten der Flasche, zumal des goldigen Weins von Noverbella. Die unscheinbare Herberge zum Faetone iu dem düstern Vicolo dello Zueearo nahm die zwei Gäste auf.
Es verstrichen dann Wochen, ohne daß es zu einein Wiedersehen Ginseppes und Fioritas kam. Die Aufregungen, welche über die bis dahin willenlos ihrem Vater ergeben Gewesene hereingebrochen waren, hatten sie schon am Abend nach