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Zur Revision manchesterlicher Lehren.
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Zur Revision manchesterlicher Lehren.

i.

ie Begründer der nationalökonomischen Wissenschaft, insbesondre Adam Smith, haben sich, wie sie nicht anders konnten, der in­duktiven Methode bedient, d. h, sie zergliederten, untersuchten und prüften die Thatscicheu, nm welche es sich handelte, und leiteten daraus allgemeine Gesetze ab. Diese Gesetze wurden alsdann ans das wirtschaftliche Leben angewendet und damit die Hindernisse bekämpft und zu beseitigen gesucht, welche der materiellen Entwicklung entgegenstanden; es wurde ein Weg gebahnt, der es den Völkern möglich machen sollte, zu Wohlstand und Reichtum fortzuschreiten. Die von Adam Smith gefundenen und von seinen Nachfolgern und Schülern bestätigten nnd aller Welt verkün­digten Gesetze erschienen so augenscheinlich richtig und wirkten überdies unter den gegebenen Umständen so segensreich, daß sie bald als Axiome, ja als un­antastbare Naturgesetze betrachtet wurden, die keines Beweises mehr bedürften. Sie regierten bis auf unsre Tage das wirtschaftliche Leben aller Kulturvölker, und was sich ihnen nicht fügen wollte, galt als verkehrt, wurde bekämpft oder blieb unbeachtet. Kurz, die Nationalökonomie wurde deduktiv wie die Theologie, die von gewissen Dogmen ausgeht, welche man glauben muß, wenn man nicht für einen Ketzer gelten will.

So richtig indessen die induktive Methode ist und so sehr sie jede andre bei Erforschung der Wahrheit überragt, so trägt sie doch die Unvollkvmmenheit in sich selbst, weil eben unser Erkenntnisvermögen unvollkommen ist. Wie genau und gewissenhaft auch unsre Beobachtungen sein mögen nach Ablauf einiger Zeit haben sich unsre Erfahrungen erweitert, hat sich unser Überblick ausgedehnt,

Grenzbote,, I. 1885 48