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Unpolitische Briefe aus Wien : 1. Von der Universität.
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übrigen zeigt er sich auch hier als vbjektiver Historiker, der Österreich gegenüber den ungerechten Anschuldigungen des hannoverischen Anwaltes zwar in Schutz nimmt und es bedauert, daß die Regierung dies Geschäft nicht durch eine be­rufene Feder in eindringlicherer Weise habe verrichten lassen der aber auch andrerseits in der Haltung Kaiser Wilhelms im Jahre 1867 diemilde Festig­keit und Klarheit" völlig anerkennt, die, wie er meint, wohl geeignet war,für alle Zukunft auch den strengsten Partikularisten zu entwaffnen."

Ein abschließendes Urteil über Lorenz als Historiker kann heute, da er noch im kräftigen Mannesalter steht, ebensowenig gegeben werden, als seine Indivi­dualität als Politiker in vollen Farben gezeichnet werden könnte. Nur soviel darf man getrost schon heute behaupten, daß er in der nachrcmkischen Generation von Geschichtschreibern eine der interessantesten Charakterfiguren ist. Unsre Hochschule verliert sehr viel an ihm, aber auch der Staat. Deun wer könnte dem Staate größere Dienste erweisen als derjenige, der wie Lorenz die Wissen­schaft dem Leben zu nähern trachtet? Unvergeßlich wird er vor allen auch seinen Schülern sein, die er aus dem engen Bezirk eines unfruchtbaren Bemühens immer wieder auf freiere Bahnen gewiesen hat.

Die niederländische Genre- und Landschaftsmalerei.

von Adolf Rosenberg.

5. Allegorie und Symbolik. Allegorische Bilder Jan Brueghels. Brueghel als Blumenmaler.

ie Vorliebe der Niederländer für allegorische und mythologische Schildereien hängt mit der außerordentlichen Verbreitung und Pflege zusammen, welche die humanistische Bildung und Gelehr­samkeit in dem katholischen wie in dem protestantischen Teile des Landes fanden. Man darf wohl behaupten, daß die neugewonnene klassische Kultur in keinem zweiten Lande Europas alle geistigen Kundgebungen und alle Lebeusverhältnisse so tief durchdrang wie in den Niederlanden. Vornehm und Gering suchten eine Ehre darin, sich mit den feinsten Blüten klassischer Bildung zu schmücken. Nicht bloß Gelehrte, Ärzte, Juristen glänzten durch die Feinheit ihres lateinischen Stils, auch Künstler gaben sich die Mühe, wenigstens lateinische Briefe zu schreiben oder ihre Schöpfungen mit lateinischen Inschriften oder gar