Die Kommilitonen.
Novelle von A, R. M, Uschner. (Fortsctzunc,.)
autschnk war erbost über den Treffer, dm der „blasse Heinrich" gezogen hatte. Alle andern, er selbst mit, kamen ihm wie lauter Nieten vor, zurückgesetzt, schachmatt, bankerott — und was seine Reizbarkeit ihm sonst für Schlagwörter eingab. Er geriet in einen Zustand, der sich zu körperlichem Übelbesindcn zuspitzte. Dazu gab er sich über den Grund, der doch so nahe oder vielmehr niedrig lag, keine Rechenschaft. Ausgcstrichen hätte er am liebsten diesen so plötzlich aus dem Nichts sich Emporhebenden, ausgekratzt ans dem roten Album.
Dies beschäftigte ihn; den Niesen zum Straucheln bringen, ihm wenigstens einen Knüppel zwischen die Beine werfen — das war das nächste, einigermaßen erlösende Gedankenbild Kautschuks, der ja ein Witzbold war, was er eben durch solchen Gcdankcngang bethätigte. Aber der Witz ist ein Schmarotzer, der sich nie selbst genug ist, sondern Mitlacher haben muß, und diese fehlten ihm hier.
Gerade in diesem Augenblicke kam Archimcdes — der Exempelmann — heran mit der Nachricht, daß er mit dem Plane umgehe, die heute versammelten Kommilitonen zu katalogisiren, uud zwar nach Nangklcissen, ein Vorhaben, welches Kautschuk, der als Geheimrat auf einer sehr ansehnlichen Stufe stand, nicht mißfiel. Dabei blitzte der Gedanke in ihm auf, dieses Papier zu einem Handstreich gegen den Rcmgloscu zu verwerten.
Er beflügelte also das Beginnen des Nubrikmenschen und begleitete ihn, um ihm behilflich zn sein; doch überzeugte er sich bald davon, daß dies überflüssig war, denn Archimcdes erwies sich auf diesem Gebiete weit über das Gewöhnliche hinaus sachkundig, sodaß ihm die Listenanfertigung allein überlassen bleiben konnte.
In Kautschuk aber war durch alle die eben erfahrenen Beunruhigungen heftiger Bierdnrst erregt worden. Daher begab er sich zn den übrigen Zech-