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Die Kommilitonen : Novelle. 1.
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Notizen.

abwinkende Bewegung machte. Pipin, sagte er, deine Tochter spielt die Rolle der Entsagenden zum Entzücken, ich selbst konnte mich im Augenblicke nicht der Täuschung erwehren, sie muß eine große Künstlerin sein. Er fragte noch, was sie denn eigentlich spiele, wohl heroische oder hvchtragische Rollen?

Pipin, welcher in der Zuversicht, den Obersten begütigt zu wissen, erstarkte, nahm lebhaft die Gesprächswendung auf, die Barbaras Thun und Lassen in den Vordergrund gerückt hatte. Ist ja gar keine Schauspielerin, hochwerter Freund und Gönner, sagte er eifrig und ging in den Ton der Betrübnis über, ist ja alles ihr purer Ernst. Ja, wenn sie für die Bühne gewonnen worden wäre, fügte er wehmütig hinzn, dann wäre ich groß, wären wir alle groß! Aber unterbrach er sich lassen wir das!

Wie? rief der Offizier, diese Miene jetzt war ihr Ernst, und du läßt sie weggehen, nimmst sie nicht mit dir und verschaffst ihr den so sehnlich erwünschten unschuldigen Genuß? Und wenn die ganze Schulstube dazu ein läppisches Lachen aufschlüge oder die Kleinstadt ein Fragezeichen dazusetzte! Pipin, ich verstehe dich nicht!

Auf eine Entgegnung des andern fügte er noch ärgerlich bei: Nun, wie du willst, aber nimm mir's nicht übel, dn bist ein arger Philister geworden.

Darin hast du recht, sagte der andre, indem er seine Hand in den Arm des Freundes legte. Dann gingen beide die Schültrcppe hinauf. Dichte Schwärme von Kommilitonen waren ihnen schon vvrcingeeilt, alles in dicker Freundschaft und, wie man zu sagen pflegt, auf Du und Du.

(Fortsetzung folgt.)

Notizen.

Dem Reichstagsbeschluß vom 15. Dezember, den bereits der Verfasser derUngehaltenen Reden eines Nichtgewnhlten" in ergötzlicher Weise glossirt hat, werden von einem andern unsrer geehrten Mitarbeiter noch folgende ernste Betrachtungen gewidmet:

Als wir vor kurzem in diesen Blättern eine Besprechungzur Diätenfrcige" brachten, konnten wir nicht umhin, zu konstatiren, daß das Ansehen des deutschen Reichstages in unserm Volke leider nicht mehr dasselbe sei wie früher. Als Gründe dafür bezeichneten wir das überhandnehmende persönliche Gezänk und das mehr und mehr durch die Fraktionspolitik beherrschte sachliche Verhalten der Parteien. Ueber einen weiteren Grund, den wir hätten anführen können, schwiegen wir lieber, weil es zu schmerzlich war, ihn zu berühren. Aber die Neichstagsverhandlung vom 15. Dezember läßt diesen Grund nicht mehr verschweigen. Es ist die Ge­hässigkeit, welche ganze Parteien des Reichstages, ihre Führer an der Spitze, der Person des deutschen Reichskanzlers entgegenbringen.