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Hat die deutsche Renaissance eine Zukunft? 1.
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Ungehaltene Reden eines Nichtgewählten.

Kräfte bemüht sich mit heißem Eifer, die vielseitigen Naumbcdürfnisse eines Zeitalters, in welchem die gewaltigsten Naturkräfte in den Dienst des Menschen gestellt worden sind, unter den Hut der deutschen Renaissance zu bringen.

Wenn wir die Entwicklung ins Auge fassen, welche Architektur und Kunst- gewerbe in unserm Jahrhundert, also in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne, durchgemacht haben, vermögen wir zunächst zn einem längern Bestände der Herrschaft des renovirtcn deutschen Renaissancestils nur ein geringes Vertrauen zu fassen. Bis in die fünfziger Jahre herein behauptete sich die von Schinkel im Anschluß an das Hellenentum begründete antikisirende Richtung iu ganz Deutsch­land. Die von der Seite der Romantiker befürwortete Reaktion zu gunsten der Gothik vermochte ebensowenig zu erheblichen Resultaten zu gelangen wie der Versuch, den romanischen Baustil wieder in Flor zu bringen. Es kam aber auch, schneller als man erwartet hatte, die Zeit, wo die neuen Hellenen eine Abnahme ihrer Kräfte fühlten und sich neues Blut zuführten, indem sie mehr und mehr mit der italienischen Renaissance, die ihnen am nächsten lag, lieb­äugelten und dieselbe schließlich als gleichberechtigt neben ihrer reinen Formen­sprache gelten ließen. Es fehlte dann anch nicht an Abstechern, welche in dos Gebiet der französischen und deutschen Renaissance gemacht wurden. Der all­gemeine Umschwung zu gunsten der letztern schreibt sich aber erst seit dem großen Kriege gegen Frankreich her. Es war nnr eine natürliche Folge der Ereignisse, daß mit der Erstarkung des Nationalbewußtseins auch die Kunst nnsrer Vüter wieder zu Ehren kam und daß man an sie anknüpfte, um auch der Kunst der Gegenwart ein nationales Gepräge zu verleihen.

Kaum anderthalb Jahrzehnte sind seit jener Zeit verflossen. In einem zweiten Artikel werden wir untersuchen, ob die Leistungen des deutschen Re­naissancestils während dieses Zeitraumes uns berechtigen, die von uns aufge­worfene Frage zu bejahen.

Ungehaltene Reden eines Nichtgewählten.

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enn ich heute das Wort nehme, so geschieht es in der Erwägung, daß das Wort Ferien zwar auch auf Gesetzgeber seine Zauber­kraft ausübt, daß jedoch die Sehnsucht nach dem gewohnten Tage­werk des Redens nnd Nedcnlaffens sich sehr bald einzustellen pflegt. Den ersten Teil davon können Sie, meine Herren, sich selbst leisten, im Kreise der Familie, am Stammtisch, schlimmstenfalls auf ein-