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Weihnachtsbräuche in der Reformationszeit.
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Weihnachtsbräuche in der Reformationszeit.

er Sitte und Brauch der deutscheu Vorfahren während des Mittel­alters schildern will, mnß seinen Stoff von den verschiedensten Orten her zusammentragen; da sind die Geschichtsbücher, die Lieder und Sageu, die Denkmäler der bildenden Künste zu befragen, da geben die Auszeichnungen des heimischen Rechts und die Novellen- sammluugen manch überraschenden Beitrag; fremde Reisende, die unser Vater­land durchzogen, bewahrten iu stummer Verwunderung über das seltsame Ge- bahreu diesen und jenen ihnen fremdartigen Zug auf, doch nirgends findet sich eine umfassende Erzählung. Der erste, dem wir darüber ausführlichere Kunde verdanken, ist der Baier Johannes Böm. Geboren zn Aub an der Gollach, war er im letzten Jahrzehnt des fünfzehnten Jahrhunderts Kaplan des Deutsch- ordeus zu Ulm; sein WerkAlter Völker Sitten, Gesetze und Gebräuche" erschien zuerst im Jahre 1520 zu Augsburg und zerfällt in drei Bücher*). Nach­dem er als Einleitung den Ursprung des Menschengeschlechts behandelt hat, giebt er im ersten Buche eine Schilderung der Bewohner Afrikas, im zweiten der Asiens und im dritten der europäischen Volker. Das wertvollste an seiner Schrist ist für uns die Beschreibung Deutschlands, vor allem Frankens, seiner Heimat. Ein Abschnitt, der Llvririani-i des Taeitus entlehnt, bildet hier die Einleitung, dann entwirft der Verfasser aus eigner Anschauung ein farbenreiches Bild der deutschen Stände, voran der Geistlichkeit,deren großer Teil sich dem Nichtsthun hingiebt; nnr wenige beschäftigen sich mit den Wissenschaften, die Nachmittagsstunden bringen sie mit Spielen nnd Trinken hin." Als zweiten Stand nennt er die Fürsten und den Adel und schilt mit bittern Worten ihre Uubotmäßigkeit gegen das Reich und ihre Herrschsucht.Wer von ihnen Handel treibt oder ein Handwerk, der entweiht ihren Stand; die Jagd betrachten sie für ihr ausschließliches Vorrecht, weitere Strecke« zu Fuß zu geheu, halten sie für entehrend, doch zu plündern, wenn ihnen das Nötige fehlt, scheuen sie sich nicht; nnglanblich ist, in welcher Weise sie die unglücklichen Banern quälen, uuser deutsches Vaterland wäre drei-, viermal so glücklich, wenn jene Dionyst' entweder vertrieben oder mit Einschränkung ihrer Macht gezwungen würden, als gewöhnliche Leute, wie die Edeln in der Schweiz, zu leben."

Als dritter Stand schließen sich die Bürger an. Hier erzählt der Ver­fasser, wie in den Reichsstädten Recht gesprochen wird, wie sich Geschlechter und Zünfte gegenüberstehen, er berichtet von den Schöffen, die ohne Lohn und Eut-

Norvs, Iv^us st iÄus ornniurn g'ondiam, xsr ^oMNöw Loomum ^uds-nura, Isnwuiouw, vx wultis o!s>ri»»imis rvrnm sorixtoridns voUoobi. ^.«Aust-w Vinävl. 1520.