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Gladstone und Derby.
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Gladstone und Derby.

m 1?>. Dezember feierte das liberale England ein großes Jubi­läum: es waren gerade fünfzig' Jahre verflossen seit dein Tage, wo Gladstone feine politische Laufbahn begonnen hatte. Am 13. Dezember 18I2, bei der ersten Wahl nach der Reformakte, war er vom Wahlkreise Newark in der Grafschaft Nottingham zum erstenmale mit einem Mandat für das Unterhans bedacht worden. Der rote Klub" dieses alten Burgfleckens hatte dem jungen Manne im voraus alle feine Stimmen zugesagt, Lord Lineoln hatte sich lebhaft für ihn verwendet, aber die meisten Wühler fragten damals:Wer ist dieser Herr Gladstone?" und man wußte nichts zu antworten, als daß er der Sohn des Kaufherrn John Gladstone in Liverpool, für seine Jahre recht gelehrt und die Hauptsache von Grund ans konservativ gesinnt sei. Heilte fragt niemand mehr so, aber der Ruf, den Gladstone sich erworben hat, beruht nicht gerade auf gelehrten Lei- ftungen und ist nicht ans konservativem Boden erwachsen. Seine Schrift über Homer wenigstens ist nach deutschen Begriffen wertlos, und mit den politischen Lvrbern, die er tragt, bekränzte ihn der Liberalisinus.

Zuerst allerdings war er ein eifriger Gegner freisinniger Maßregeln und Gesetze. Die erste Parlnmentsredc, die er hielt, richtete sich gegen überstürzte Befreiung der Negersklaven. In derselben Session verteidigte er die Rechte der Hochkirche in Irland gegen den liberalen Lord Althorv und kämpfte ent­schieden gegen den Wunsch Humes, welcher der nvnkonformistischenKetzerei" die Universität Oxford geöffnet sehen wollte. Noch nachdem unter Robert Peel sein erstes Amt angenommen hatte, klagte er in beredter Rede überdie, Welche sich kein Gewissen daraus machten, sich ans der Basis radikaler Grund­sätze um Wählerstimmen zn bewerben." Wir machen ihm keinen Vorwarf daran?, Grenzbvwi IV. 1882. 80