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Die Fischerin von Malamocco : Novelle :
(Fortsetzung.)
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Die Fischerin von^Malamocco.

Novelle von Adolf Stern.

(Fortsetzung.)

ch ließ mich den rohen Hvhn nicht anfechten, der uns manchesmal ans nnserm Zuge traf, fuhr Margherita fort, aber wenn die Blicke der Bauerfrauen, die ans den: Felde arbeiteten, mitleidig auf manche von uns fielen und wenn ich abends im Lager einzelne von den jungen Pilgern uud Pilgerinnen still weinen snh, da war mirs, als schwänden meine Sinne, als könnte ich selbst nicht mehr ans meinen Füßen stehen. Und je weiter Nur zogen, nmsv schwerer wurden die Muhen, der Weg ward stets ranher und unwirtlicher, an die Stelle des Überflusses, den mau uns aufgedrängt, trat Maugel, die bewaffneten Männer, welche uus begleiteten, rissen an sich, was frommer Sinn vor allem den pilgernden Kindern gespendet. Gottfried, der Hirt, ward mit jedem Tage bleicher, und seine Lippen öffneten sich selten noch zu tröstlicher Verküudignng, die jauchzenden Lieder, mit denen unsre Schaaren durch das grüue, sonnenhelle Land gefahren waren, verstnmmten, wie wir den himmelhohen Bergen näher und näher kamen. Jetzt gesellten sich wenige mehr zn uns, Gottfrieds Worte wurden »irgend mehr verstanden, und der Anblick nnsers kleinen Heeres rührte wenige zm- Andacht und zur Mildthätigkeit. Wohl aber wnchs die Not von Tag zu Tage, meiue Augen mußten unendlichen Jammer sehen, und mehr als einmal fiel nur Herrn Geros Wort bei: Das kann Gottes Wille nicht sein. Wo eilt Hospital der barmherzigen Brüder stand, ließen wir die Kranken zurück ach, und wie viele blickten nns sterbend vom Wege her nach, denn unsre Führer rissen uns vorwärts und verhießen Überfluß und bessrc Tage in Wälschland. Ich war noch immer vor tausenden ärmster Kinder bevorzugt, wenn auch mein treues Pferd in der schwarzen Flut der Nvlla, des wilden Bergwassers, um­gekommen war und ich mit wunden Füßen neben Hedwig pilgerte. Ich mnßte

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