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Der Häckelismus auf der Naturforscherversammlung in Eisenach.
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Der Häckelismus auf der Naturforscherversammlung

in Lisenach.

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ie doch Schiller nur sv veraltete und abergläubische Gedanken in Verse bringen konnte wie die, daß der Mensch frei sei, nnd wenn er in Ketten gebvren wäre, daß er Tugend üben könne, nnd daß ein Gott seihoch über der Zeit uud dem Raume webt lebendig der höchste Gedanke" nnd wie er zuletzt uoch be­haupten konnte:Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt, sv laug' er uoch au die drei Worte glaubt." Hütte er doch uur eine Ahnung vvn seinem spätern Kollegen Professor Häckel gehabt und namentlich vvn dessen Rede auf der Naturfvrscherversammluug dieses Jahres in Eiseuach, er würde unzweifel­haft das veraltete Gedicht völlig umgestaltet haben, und die letzte Zeile, die vhuehiu einige Hnrteu in der Sprache ausweist, würde viel besser so gelnutet haben:sv laug' er nvch au die einheitliche Naturanschauung des Prvfessvr 'Häckel glaubt."

Wir steheu nach Häckels fester Überzeugung an demgrößten Wendepunkt in der Geistesgeschichte der Menschheit," welcher uns die beste Aussicht auf die weitere Entwicklung derselben eröffnet/") Am Fnße der Wartbnrg, deren historische Bedentuug schon bei so manchen thörichten Kundgebungen mißbraucht wurde, feiert Häckel in einer Art von Triumphgesang den vollständigen Sieg der Darwinschen Entwicklungslehre. Eins der größten Rätsel des Lebens, sagt Häckel, ist durch Darwiu gelöst, denn die Lehre von der natürlichen Znchtwahl durch den Kampf nius Dasein ist nichts geringeres als die endgiltige Beant­wortung der großem Frage: Wie könueu zweckmäßig eingerichtete Formen der Organisation ohne Hilfe einer zweckmäßig wirkenden Ursache entstehen? Wie kann ein planvolles Gebäude sich selbst aufbauen ohne Banplan und vhne Baumeister? Vererbung und Anpassung, natürliche Auslese oder Zucht­wahl im Kampf ums Daseiu siud die natürlichen Ursachen, welche die Ent­stehung aller lebenden Wesen aus den Grundstoffen der Materie erklären ohne Hilfe eines Baumeisters, eines Gottes, eines Geistes nnd am allerwenigsten eines wunderthätigeu Schöpfers.Zwar hatte schou 1809, im Geburtsjahre Darwius, Lamarck ganz klar gezeigt, daß die Ähnlichkeit der orgcmisirten Formen durch ihre gemeinsame Abstammung, ihre Verschiedenheit hingegen durch ihre

Die Naturanschauung von Darwin, Goethe und Lamarck. Vvrtrag in der Naturforscherversammlung in Eisenach von Ernst Häckel. Jena, G. Fischer, 1882. Grenzbolen IV. 1882. 48